Christdemokraten:CDU-Mitglieder haben über Vorsitz abgestimmt

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CDU-Vorsitz: Helge Braun, Norbert Röttgen und Friedrich Merz beim Townhall

Friedrich Merz (r.), Norbert Röttgen (M.) und Helge Braun beantworteten Anfang Dezember Fragen der Parteimitglieder.

(Foto: Michael Kappeler/DPA)

Rund 240 000 von 400 000 Berechtigten nutzten die Chance, ihren nächsten Parteichef zu bestimmen. Das Ergebnis will die CDU Freitagmittag bekannt geben. Als Favorit gilt Friedrich Merz.

Von Boris Herrmann, Berlin

Gut zehn Wochen nachdem Armin Laschet seinen Rückzug als CDU-Vorsitzender angekündigt hat, könnte feststehen, wer sein Nachfolger wird: der Außenpolitiker Norbert Röttgen, der ehemalige Kanzleramtsminister Helge Braun oder der einstige Fraktionschef Friedrich Merz. Am Freitag um 14 Uhr will die Partei im Berliner Konrad-Adenauer-Haus das Ergebnis des ersten Wahlgangs ihrer Mitgliederbefragung bekannt geben.

Sollte dabei keiner der drei Kandidaten eine absolute Mehrheit erreichen, kommt es zur Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten. Dieser zweite Wahlgang liefe dann bis zum 12. Januar - spätestens dann stünde fest, wie der zehnte Bundesvorsitzende der CDU heißt.

Erstmals in der Geschichte der Partei werden die rund 400 000 Mitglieder befragt, wer die CDU anführen soll. Das Ergebnis muss zwar auf einem digitalen Parteitag am 21. und 22. Januar noch offiziell bestätigt werden. Es gilt aber als sicher, dass die Delegierten dem Votum der Basis folgen. Auf dem Parteitag sollen dann auch das komplette Präsidium sowie der Bundesvorstand neu gewählt werden.

Der stellvertretende Parteivorsitzende und hessische Ministerpräsident Volker Bouffier verspricht sich von der Mitgliederbefragung "ein hohes Befriedungspotenzial" für die CDU. "Auf jeden Fall ist es gut, wenn wir jetzt mal eine Entscheidung haben. Diese Situation, die uns jetzt im Grunde seit zweieinhalb Jahren beschäftigt, die ist nicht gut für eine Partei", sagte Bouffier.

Merz gilt als Favorit, aber diese Prognose ist mit Vorsicht zu genießen

Nach dem Rückzug Angela Merkels vom Parteivorsitz wurde Ende 2018 zunächst Annegret Kramp-Karrenbauer zur CDU-Chefin gewählt, im Januar 2021 dann Armin Laschet. In beiden Fällen unterlag Friedrich Merz knapp in der Stichwahl. Bei seinem dritten Versuch, Parteichef zu werden, gilt Merz als Favorit. Allerdings gibt es dazu keine Umfragen unter CDU-Mitgliedern, sondern nur unter CDU-Wählern. Die Prognosen sind deshalb mit großer Vorsicht zu genießen.

Die Wahlurnen schlossen am Donnerstag um 15 Uhr. Nach Angaben der CDU lag die Wahlbeteiligung bei 64,3 Prozent und übertrifft damit die Konkurrenz: Bei der Abstimmung über den SPD-Parteivorsitz im Jahr 2019 hatten sich im ersten Wahlgang rund 53 Prozent der SPD-Mitglieder beteiligt.

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