Auslandseinsätze:Bundeswehr beendet Ausbildung malischer Soldaten

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Auslandseinsätze: Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht hatte sich noch im April selbst ein Bild von der Lage deutscher Soldaten in Mali gemacht.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht hatte sich noch im April selbst ein Bild von der Lage deutscher Soldaten in Mali gemacht.

(Foto: Kay Nietfeld/DPA)

Verteidigungsministerin Lambrecht begründet Entscheidung zu Mali mit politischen Zuständen in dem militärregierten Land.

Von Mike Szymanski, Berlin

Die Bundeswehr stellt ihre Ausbildungsmission in Mali nach fast zehn Jahren ein. Dies erklärte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) am Mittwoch am Rande der Kabinettsklausur in Meseberg. Die politischen Umstände im Land ließen es nicht länger zu, malische Streitkräfte weiter auszubilden. Im Mai 2021 hatte das durch internationale Hilfe unterstützte Militär die Übergangsregierung entmachtet. Es war der zweite Militärputsch in kurzer Zeit.

Die neuen Machthaber verschleppen Wahlen, außerdem setzen sie im Anti-Terror-Kampf auf die Hilfe russischer Söldner. Im Ort Moura soll es unter Beteiligung malischer Streitkräfte zu einem Massaker gekommen sein, dessen Aufklärung seitens der Machthaber behindert werde. Lambrecht sagte am Mittwoch: "Ein solches System können wir nicht länger unterstützen."

Laut Bundeswehr sind seit Beginn der Ausbildungsmission im Verbund mit EU-Partnern etwa 15 000 malische Soldatinnen und Soldaten ausgebildet worden. Bis zu 600 Soldaten konnte Deutschland dafür nach Mali schicken. Die Sicherheitslage hatte sich zuletzt wieder verschlechtert.

Auch die UN-Mission in Mali wirft Fragen auf

Sorgen bereitet der Verteidigungsministerin auch der parallel laufende Militäreinsatz der Vereinten Nationen in Mali. Deutschland beteiligt sich mit bis zu 1100 Soldaten an der Stabilisierungsmission Minusma. Nachdem Frankreich seinen Rückzug aus Mali eingeleitet hat, fehlen Kampfhubschrauber zur Absicherung dieser Einsätze und eine Nation, die einen strategisch wichtigen Flughafen betreibt. Wenn sich da keine Lösung finde, könne Deutschland auch seinen Beitrag für diese Mission nicht fortführen, erklärte Lambrecht.

Einen Ableger der Ausbildungsmission in Mali unterhält die Bundeswehr im Nachbarland Niger, die Mission Gazelle. Sie wird allerdings wie geplant bis Jahresende fortgeführt und soll eventuell weiterentwickelt werden.

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