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Bundestagswahl 2013:Steinbrück-Zögling Albig will SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier

Bewegung im Gerangel um die SPD-Kanzlerkandidatur: Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Albig will, dass Fraktionschef Steinmeier gegen Kanzlerin Merkel antritt. Und was ist mit Albigs Ex-Chef Steinbrück, der ebenfalls mit der Kandidatur liebäugelt? Für den hat er einen Rat parat.

Empfehlung an die SPD-Genossen aus Kiel: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) befürwortet eine Kanzlerkandidatur von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier bei der Bundestagswahl 2013. Er sei "eine starke Führungspersönlichkeit, der als Fraktionschef eine tolle Arbeit macht und der seit der Zeit des letzten Wahlkampfs sehr gereift ist", sagte Albig der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). "Er wäre ein guter Kanzler für unser Land."

Die Wortmeldung ist pikant, denn Albig diente dem ebenfalls als Aspirant auf die Kanzlerkandidatur gehandelte Ex-Finanzminister Peer Steinbrück früher als Sprecher und galt als einer seiner Vertrauten. Steinbrück unterstützte Albig auch während des für ihn erfolgreichen Landtagswahlkampfs. "Es gibt mir eine gewisse Sicherheit, ihn an meiner Seite zu haben", sagte Albig über Steinbrück im Mai in einem Süddeutsche.de-Interview: "Wir haben Spaß, und er passt auf mich auf."

Trotz der Nähe zu Steinbrück glaubt Albig nun, dass sein Mentor nicht der richtige Herausforderer für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wäre: Steinbrück "würde das Korsett nicht mögen, in das er sich als Kandidat zwängen müsste", sagte Albig, der einst dessen Ministeriumssprecher war. Sein Rat an Steinbrück: "Tu dir das nicht an! Es gibt auch andere Stellen, wo Du mit dem, was Du kannst und was Dich stark macht, unserem Land großartig helfen kannst", sagte Albig.

Aber es gibt auch andere Stimmen aus den Reihen der Sozialdemokraten, die sich für Steinbrück als Frontmann starkmachen. Der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels etwa sagtte der FAS: "Wir brauchen einen Kandidaten, der auch schwankende Wähler der Union und der FDP für die SPD gewinnen kann. Peer Steinbrück ist wegen seines intelligenteren Krisenmanagements und seines größeren ökonomischen Sachverstands die beste Alternative zu Angela Merkel."

Steinbrück will, dass SPD die K-Frage erst 2013 beantwortet

Wenige Tage zuvor hatten sich schon einige Genossen öffentlich für Steinmeier stark gemacht, darunter der Parteilinke Ralf Stegner, der Albigs Landesverband führt. Der ehemalige Außenminister Steinmeier führte die SPD schon in die Bundestagswahl 2009, die bei dem Urnengang allerdings eine drastische Niederlage hinnehmen musste.

Als mögliche Kanzlerkandidaten für die Wahl 2013 gelten neben Steinmeier und Steinbrück auch Parteichef Sigmar Gabriel.

Steinbrück sprach sich dafür aus, den Zeitplan seiner Partei einzuhalten und die K-Frage erst Anfang 2013 zu beantworten. "Die SPD kürt den Kandidaten in der Regel sechs bis acht Monate vor der Wahl", sagte der ehemalige Bundesfinanzminister im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. "Wer länger im Ring steht, wird schnell wund gerieben." Die SPD habe sich "stabilisiert und viel neues Vertrauen gewonnen."

Zu Umfragewerten der SPD, die bei 30 Prozent verharren, sagte Steinbrück: "Das wird sich in dem Moment ändern, in dem sich die SPD inhaltlich, programmatisch und personell aufstellt für den Bundestagswahlkampf, also um die Jahreswende."

© Süddeutsche.de/odg/sana

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