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Waldbrände in Brasilien:Bolsonaro gibt Umweltschützern Schuld an Feuerkatastrophe

  • In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren.
  • Präsident Bolsonaro versucht, Nichtregierungsorganisationen für die Feuerkatastrophe in der Amazonasregion und anderen Landesteilen verantwortlich zu machen.
  • Beweise kann der rechtsextreme Staatschef nicht vorlegen, Umweltschützer wiesen die Vorwürfe des Präsidenten als "absurd" zurück.

Nach Darstellung der brasilianischen Regierung könnten Umweltschützer hinter der jüngsten Serie von verheerenden Waldbränden in der Amazonasregion und anderen Landesteilen stecken. Die Mutmaßungen kommen vom Staatschef persönlich, dem rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro.

"Wir nehmen den Nichtregierungsorganisationen ihre Zuschüsse, wir haben die Überweisungen der Regierungsstellen eingestellt. Jetzt fehlt ihnen das Geld", sagte Bolsonaro. "Es kann also sein, dass diese Organisationen gegen mich persönlich und die brasilianische Regierung vorgehen. Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden." Beweise für seine Behauptungen legte das Staatsoberhaupt nicht vor.

Umweltschutzverbände wiesen die Vorwürfe zurück. "Diese Behauptung des Präsidenten ist unverantwortlich", sagte der Präsident des Instituts für Umweltschutz (Proam), Carlos Bocuhy, dem Nachrichtenportal G1. "Es hat keinen Sinn, zu behaupten, wir hätten das Feuer gelegt. Das ist absurd."

Brasilien

Tausende Feuer am Amazonas, schwarzer Regen in São Paulo

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Die Verschlechterung der Lage fällt mit dem Amtsantritt Bolsonaros im Januar zusammen, der sich für eine verstärkte Ausbeutung des Regenwaldes ausgesprochen hatte. Seitdem nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu, wie die Zeitung Folha de S. Paulo berichtete.

Insgesamt wurden demnach 72 843 Brände registriert. In den meisten Fällen waren Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brechen immer wieder Feuer aus.

Norwegen und Deutschland stoppen Förderung von Umweltprojekten

Wenige Tage zuvor war Bolsonaro mit europäischen Ländern aneinandergeraten wegen des Themas Regenwald. Mit Blick auf die von dem Präsidenten befürwortete verstärkte Abholzung im Amazonasgebiet hatten die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) und auch die norwegische Regierung angekündigt, die Förderung von Umweltschutzprojekten in Brasilien auszusetzen.

Darauf reagierte Bolsonaro gereizt. In Richtung Berlin sagte er, sein Land brauche das Geld nicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) solle "die Knete" nehmen, um damit Deutschland aufzuforsten. Den Norwegern hielt Bolsonaro vor, Wale zu jagen und postete dazu ein entsprechendes Video auf Twitter. Die Aufnahmen zeigen brasilianischen Medien zufolge allerdings keine Norweger, sondern den Grindwalfang auf den Färöern, die zu Dänemark gehören.

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Waldbrände in Brasilien

Feuer frei

Im südlichen Amazonasbecken wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahren, begünstigt durch eine Dürre, ausgelöst aber durch Brandstiftung von Viehzüchtern. Seit der Amtsübernahme von Präsident Bolsonaro haben sie allerdings kaum etwas zu befürchten.   Von Christoph Gurk