Bildung:Lehrer in Deutschland arbeiten öfter in Teilzeit

Lesezeit: 2 min

Insbesondere Frauen reduzieren häufig ihre Arbeitszeit: Bei Lehrerinnen war die Teilzeitquote mit 49,9 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei ihren männlichen Kollegen. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Deutschland fehlen Lehrkräfte - dennoch arbeiteten im vergangenen Schuljahr mehr Lehrer in Teilzeit als in den Jahren davor. Und auch die Altersstruktur könnte bald zum Problem werden.

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Wiesbaden (dpa) - Im Schuljahr 2022/2023 haben rund 724.800 Lehrerinnen und Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen in Deutschland gearbeitet - 42,3 Prozent davon in Teilzeit. Damit lag die Teilzeitquote auf dem höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Und dass, obwohl Schulen händeringend nach neuen Lehrkräften suchen.

Im Schuljahr zuvor lag die Teilzeitquote den Angaben zufolge bei 40,6 Prozent, was ebenfalls ein Höchstwert der vorherigen zehn Jahre war. Insbesondere Frauen reduzieren häufig ihre Arbeitszeit: Bei Lehrerinnen war die Teilzeitquote mit 49,9 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei ihren männlichen Kollegen, von denen 21,8 Prozent in Teilzeit arbeiteten.

Unterschiede zwischen den Ländern

Dabei gab es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während in Hamburg (54,4 Prozent) und Bremen (49,9 Prozent) rund die Hälfte des Lehrpersonals an allgemeinbildenden Schulen in Teilzeit arbeitete, war es in Thüringen nur rund jede vierte Lehrkraft (24,1 Prozent) sowie gut jede fünfte (21,4 Prozent) in Sachsen-Anhalt.

Plattform X

Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von X Corp. angereichert

Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von X Corp. angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie untersz.de/datenschutz.

Dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) zufolge gab mehr als die Hälfte der Schulleiter und -leiterinnen im vergangenen Jahr an, dass mindestens eine Lehrerstelle zu Beginn des laufenden Schuljahres nicht besetzt gewesen sei. In fast jeder fünften Schule (17 Prozent) von ihnen waren sogar drei oder mehr Stellen vakant.

Angesichts des steigenden Lehrkräftebedarfs wird auch die Altersstruktur derzeitiger Lehrerinnen und Lehrer wichtiger, um den künftigen Bedarf einzuschätzen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war zuletzt mehr als ein Drittel (36,2 Prozent) der Lehrerinnen und Lehrer älter als 50 Jahre, 10,6 Prozent waren 60 Jahre und älter. Diese dürften kurz- bis mittelfristig in den Ruhestand gehen. Die unter 35-Jährigen machten 21,1 Prozent der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen aus.

Ältere Lehrkräfte insbesondere im Osten

Besonders in den ostdeutschen Bundesländern war der Anteil älterer Lehrkräfte hoch. In Sachsen-Anhalt stellten die über 50-Jährigen mit 57,1 Prozent die größte Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern dar. In Thüringen 53,5 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern 52,5 Prozent. Im Saarland (28,2 Prozent) und in Bremen (30,4 Prozent) war ihr Anteil besonders niedrig.

Insbesondere in Bremen arbeiteten viele junge Lehrerinnen und Lehrer. Dort stellten die unter 30-Jährigen dem Bundesamt zufolge einen Anteil von 10 Prozent. Es folgten Rheinland-Pfalz (9,2 Prozent) und Hessen (8,6 Prozent).

Die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in Lehramtsstudiengängen sank den Angaben zufolge im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge. Im Studienjahr 2022 begannen knapp 45.400 junge Leute ein Lehramtsstudium - das waren 3,2 Prozent weniger als im Studienjahr 2021 und 7 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor.

Auch die Zahl der Lehramtsabsolventinnen und -absolventen ging zurück: Im Prüfungsjahr 2022 haben rund 28.700 Studentinnen und Studenten ihre Abschlussprüfungen bestanden. Das waren zwar nur 0,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor (rund 28.900). Im Zehnjahresvergleich sank die entsprechende Zahl allerdings um 10,5 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:240111-99-571274/3

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: