Mittelmeer:Sea-Eye verkauft Rettungsschiff "Alan Kurdi"

Mittelmeer: Mit der "Alan Kurdi" seien 927 Menschenleben im Mittelmeer gerettet worden.

Mit der "Alan Kurdi" seien 927 Menschenleben im Mittelmeer gerettet worden.

(Foto: AFP)

Die Regensburger Hilfsorganisation begründet den Schritt damit, dass sie die Blockade der zivilen Rettungsschiffe durch die italienischen Behörden finanziell schwer belastet habe.

Die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye trennt sich von ihrem Rettungsschiff Alan Kurdi. Man verkaufe das Rettungsschiff aus finanziellen Gründen, teilten die Regensburger Seenotretter mit. Das Schiff geht demnach an die italienische Seenotrettungsorganisation ResQ und werde unter dem neuen Namen ResQ People in neue Einsätze starten. Sea-Eye betreibe künftig ausschließlich das Schiff Sea-Eye 4.

"Für uns war es eine schwere, aber gleichermaßen vernunftgetriebene Entscheidung", sagte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler laut der Mitteilung. Den Verkaufserlös von 400 000 Euro benötige Sea-Eye für den Betrieb der Sea-Eye 4. Die Blockade der zivilen Rettungsschiffe durch die italienischen Behörden habe Sea-Eye finanziell schwer belastet.

Die italienische Küstenwache habe die Alan Kurdi insgesamt zwei Mal festgesetzt. Sea-Eye sei es nur "nach langwierigen Gesprächen und mit juristischen Mitteln" gelungen, das Schiff zu befreien. Die Festsetzung der Rettungsschiffe hindere die Schiffsbetreiber nicht nur an ihrer Arbeit, sondern koste auch enorme Summen für Hafengebühren und Rechtsvertretungen.

927 Menschenleben gerettet

Die Alan Kurdi wurde zum ersten Mal im Dezember 2018 eingesetzt. Insgesamt entsendete Sea-Eye das Schiff nach eigenen Angaben auf zwölf Rettungsmissionen und rettete 927 Menschenleben.

Neben den Spendern dankten die Regensburger Seenotretter auch der Familie Kurdi, die Namensgeber für das Schiff war. Abdullah und Tima Kurdi, Vater und Tante des ertrunkenen syrischen Jungen Alan Kurdi, tauften das Schiff im Februar 2019 auf dessen Namen. Es sei nicht einfach für die Familie gewesen, Hassreden und Anfeindungen in den sozialen Medien zu ertragen, sagte Isler. Zwei Jahre sei das Schiff ein wichtiges Symbol und ein Appell an Europa gewesen. "Wir geben den Namen nun zurück in die Hände der Familie, der wir auch in Zukunft tief verbunden bleiben werden", sagte Isler weiter.

© SZ/epd/saul/fued/stad
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