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Großbritannien:Kind von Tate Modern heruntergeworfen: Hohe Strafe für Täter

Tate Modern in London

Einsatzwagen stehen am Tag der Tat im August 2019 vor dem Tate Modern Museum.

(Foto: Yui Mok/dpa)

Der damals 17-Jährige hatte einen Jungen von einer Plattform im zehnten Stock des Museums gestoßen. Die Tat sei nicht mit seinem Autismus zu erklären, findet die Richterin.

Ein psychisch kranker Brite, der ein Kind aus dem zehnten Stock des Museums Tate Modern geworfen hat, muss für mindestens 15 Jahre ins Gefängnis. Das hat ein Gericht am Freitag in London entschieden. Der damals 17-jährige Täter hatte den Jungen im vergangenen August von einer Aussichtsplattform des Museums gestürzt. Das Kind überlebte den 30-Meter-Sturz mit schwersten Verletzungen.

Der Jugendliche gab als Motiv an, dass er in den Fernsehnachrichten vorkommen wollte. Die Ermittler fanden heraus, dass er vor seiner Tat im Internet nach Methoden suchte, jemanden umzubringen. Der Jugendliche, bei dem Ärzte als Kind Autismus diagnostiziert hatten, war als gewalttätig bekannt. Er wurde in einer speziellen Einrichtung betreut, durfte aber das Haus für einige Stunden verlassen.

Die Angst des Opfers und der Schrecken für die Eltern seien kaum vorstellbar, sagte Richterin Justice McGowan. "Sie planten, jemanden an diesem Tag umzubringen - und Sie hätten fast den sechsjährigen Jungen getötet", sagte sie zu dem per Video zugeschalteten 18-Jährigen. Seine Tat sei durch den Autismus nicht zu erklären. Das Kind war ein Zufallsopfer.

Der inzwischen Siebenjährige aus Frankreich, der mit seinen Eltern Urlaub in England machte, überlebte mit schwersten Verletzungen. Er schlug im fünften Stock auf einer Terrasse auf. Der Junge erlitt Knochenbrüche an der Wirbelsäule, den Armen und Beinen sowie eine Gehirnblutung. Seine Eltern berichten auf einer Spendenseite von kleinen Fortschritten bei der Genesung.

Zum Zeitpunkt der Tat waren Tausende Besucher in der Tate Modern. Sie gehört zu den weltweit größten Museen für zeitgenössische Kunst. Das Museum ist in einem ehemaligen Kraftwerk an der Themse untergebracht.

© SZ/dpa/mkoh

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