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Hochwasser:Nächste Flutwelle bedroht Venedig

Überschwemmungen in Venedig

Wasser bricht sich an den Gondeln. Nach schweren Überflutungen in den vergangenen Tagen rüstet sich die Stadt für eine erneute Flutwelle.

(Foto: dpa)
  • Die Behörden haben für Sonntag eine 1,60 Meter hohe Flut in Venedig vorhergesagt. Bis Mittag soll das Wasser seinen Höchststand erreicht haben.
  • Am Dienstag hatte es das schlimmste Hochwasser seit 53 Jahren gegeben. Der Markusdom wurde dabei überflutet. In der Geschichte kam das selten vor, in den vergangenen 20 Jahren aber bereits vier Mal.

Venedig bereitet sich auf eine weitere Flutwelle vor. Die Behörden haben für Sonntag eine 1,60 Meter hohe Flut vorhergesagt. Bis Mittag soll das Wasser seinen Höchststand erreicht haben. Die Lagunenstadt stünde dann zu großen Teilen unter Wasser. Das Gezeitenbüro der Kommune rief die höchste Warnstufe aus. Auch der heutige Sonntag werde "ein harter Tag" werden, sagte Bürgermeister Luigi Brugnaro. "Aber der Wind wird schwächer, deshalb sollte die Lage überschaubarer sein."

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Am Dienstag hatte es das schlimmste Hochwasser seit 53 Jahren gegeben. Getrieben von starkem Wind, stieg das Wasser in der Stadt auf 1,87 Meter an und richtete verheerende Schäden an. Am Freitag folgte eine Flut von 1,54 Meter.

Bürgermeister Luigi Brugnaro rechnet mit Schäden in Höhe von Hunderten Millionen Euro. Die Hälfte der 120 Kirchen in der Stadt sei mit Salzwasser überschwemmt worden, sagte Emanuela Carpani, die für die Kunstwerke und historischen Gebäude in Venedig zuständig ist. Einige Mosaiken seien beschädigt worden. "Wasser ist ein Krebs, dessen Schäden sich erst nach Monaten zeigen", sagte sie. Der Markusdom wurde am Dienstag zum sechsten Mal seit 1200 Jahren überflutet, aber zum vierten Mal in den vergangenen 20 Jahren.

Die italienischen Behörden haben für die Gegend den Notstand erklärt. Zu Beginn der kommenden Woche ist kein Ende des Hochwassers in Sicht. Der Zivilschutz warnte für fast ganz Italien vor Sturm und Niederschlägen. Seit Freitag war die Feuerwehr im ganzen Land mehr als 2200 Mal im Einsatz. In Südtirol bereiteten sich die Einsatzkräfte auf neue Schneefälle vor. Schon am Freitag hatten heftige Schneefälle in der Region Chaos verursacht. Tausende Menschen waren ohne Strom.

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