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Valentinstags-Gruß:Edward Snowden sendet Liebesgrüße aus Moskau

Der im Exil lebende Whistleblower postet auf Twitter ein Kuschelfoto mit seiner Freundin. Eine subtile Botschaft an den neuen US-Präsidenten Donald Trump?

Was ist passiert?

Auf Twitter taucht am späten Abend des Valentinstags ein Kuschelfoto von Edward Snowden und seiner Freundin Lindsay Mills auf. Die beiden liegen auf dem Bett, er hält seine Hand in ihrem Nacken, sie ein Herz vor ihre Gesichter. Erst postet Lindsay Mills das Bild, dann teilt Edward Snowden den Beitrag mit den Worten: "Home is where the heart is". Das Foto wird mehr als 1400 Mal geteilt - und gehört damit zu den erfolgreichsten Posts der vergangenen Wochen des amerikanischen Whistleblowers.

Wer ist die Frau?

Edward Snowden lebt seit dreieinhalb Jahren im Exil in Russland, nachdem er 2013 die NSA-Affaire auslöste und ins Ausland flüchtete. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter hatte streng geheime Dokumente veröffentlicht, die zeigen, wie US-amerikanische und britische Geheimdienste weltweit andere Staaten und Regierungen ausspionieren. Was viele nicht wissen: Seine langjährige Freundin Lindsay Mills ist nur ein Jahr später zu ihm nach Russland gezogen. Die beiden sind seit 2009 ein Paar. Auch die Flucht Snowdens aus den USA hat sie nicht auseinandergebracht. Auf Instagram und Twitter gibt die 31-jährige Tänzerin immer wieder Einblicke in das Leben mit Snowden.

Warum ist das Twitter-Foto so wichtig?

Auf den ersten Blick handelt es sich bei dem Foto um einen einfachen Valentinstagsgruß, wie ihn viele Promis am 14. Februar veröffentlichen. Es könnte aber auch als subtile Botschaft in Richtung der neuen US-Regierung verstanden werden: "Mir geht's gut da, wo ich bin." Erst kürzlich war seine Aufenthaltsgenehmigung in Russland für drei weitere Jahre verlängert worden.

Unter der Präsidentschaft von Barack Obama drohte dem Whistleblower eine lange Gefängnisstrafe. Seit dem Regierungswechsel hofft Snowden auf einen Kurswechsel des neuen Präsidenten Donald Trump. Er solle alle Anschuldigungen gegen Snowden fallen lassen, appellierte sein russischer Anwalt Anatoli Kuscherena an Trump.

Es gab in den vergangenen Tagen aber auch Gerüchte, dass die russische Regierung Snowden an die USA ausliefern könnte. Trump war im Wahlkampf nicht von Obamas Kurs abgewichen und hatte Snowden ebenfalls als "Spion, der in den USA großen Schaden angerichtet hat" bezeichnet. Trump hatte Snowdens Hinrichtung gefordert.

© SZ.de/dpa/lot/vit

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