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Spaniens König Juan Carlos zurück im Arbeitsleben:Majestät belieben zu scherzen

König Juan Carlos Spanien

Der spanische König Juan Carlos bei der Verleihung des Cervantes-Preises in Madrid.

(Foto: Getty Images)

Gute Laune trotz zahlreicher Skandale: Mit einem schalkhaften Lächeln hat Spaniens umstrittener König Juan Carlos die Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Eine Bandscheiben-OP hatte ihn zuvor für Wochen außer Gefecht gesetzt. Die Rückkehr erfolgt nicht ohne Drohung - alles lustig gemeint, versteht sich.

Sieben Wochen nach seiner Bandscheibenoperation hat der spanische König Juan Carlos seine Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Bei einer Audienz für den Cervantes-Literaturpreisträger José Manuel Caballero Bonald zeigte sich der 75-jährige Monarch ohne Krücken, dafür aber mit demonstrativ guter Laune und zu Scherzen aufgelegt.

"Schon bald werde ich den Leuten wieder Kummer bereiten", witzelte das Oberhaupt der in jüngerer Zeit umstrittenen Königsfamilie. Seinem 87-jährigen Gast Bonald flötete Juan Carlos im Madrider Zarzuela-Palast breit grinsend entgegen, dieser sei offensichtlich "besser in Form als ich". "Ich hätte Lust, Sie zu sein."

Begleitet wurde der gesundheitlich angeschlagene König von seiner Gattin, Königin Sofia. Juan Carlos hatte sich Anfang März einer Bandscheibenoperation unterzogen - dem siebten Eingriff binnen knapp drei Jahren.

In der Bevölkerung hat die spanische Königsfamilie durch immer neue Affären zuletzt deutlich an Ansehen verloren. Aktuell steht besonders Infantin Cristina im Visier der Ermittlungsbehörden, weil sie Medienberichten zufolge gewusst haben soll, dass ihr Ehemann Iñaki Urdangarín öffentliche Mittel in Millionenhöhe veruntreute.

König Juan Carlos zog sich seinerseits den Unmut des Volkes zu, als er 2012 inmitten der heftigsten Wirtschaftskrise in Spaniens Geschichte für eine teure Elefanten-Safari nach Botswana reiste. Laut einer Umfrage der Zeitung El País vom 7. April sind nur noch 42 Prozent der Spanier mit Juan Carlos' Amtsführung zufrieden.

Regierung weist Aussagen Sayn-Wittgensteins zurück

Auch eine Affäre mit der deutschen Unternehmerin Corinna Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein wurde dem spanischen König nachgesagt. Diese hatte jüngst Gerüchte über eine angebliche vertrauliche Missionen für die spanische Regierung verbreitet. Gerüchte, die Madrid jetzt dementiert. Gegen die 49-Jährige würden jedoch keine rechtlichen Schritte unternommen, da dies nicht im Interesse der Allgemeinheit in Spanien sei, hieß es in einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Vereinten Linken.

Sayn-Wittgenstein, die sich selbst als eine Freundin Juan Carlos' bezeichnet, hatte in Zeitungsinterviews behauptet, aufgrund ihrer internationalen Kontakte vertrauliche Missionen für die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy wahrgenommen zu haben. Sowohl die aktuelle Regierung als auch Vertreter der sozialistischen Vorgänger hatten erklärt, von solchen Aufträgen sei nichts bekannt. Die Vereinte Linke hatte Aufklärung sowie juristische Schritte für den Fall gefordert, dass sich die Aussagen der Deutschen als Lüge herausstellen sollten.

© Süddeutsche.de/AFP/dpa/feko/gal
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