Nach Kritik am spanischen König:Juan Carlos entschuldigt sich für Elefantenjagd

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"Ich bedauere das sehr": Spaniens König Juan Carlos hat in Madrid öffentlich eingeräumt, dass seine Teilnahme an einer Elefantenjagd in Afrika ein Fehler war. Der umstrittene Ausflug war bekanntgeworden, weil sich der Monarch in Botswana bei einem Sturz die Hüfte gebrochen hatte.

Irren ist menschlich, heißt es. Auf Monarchen allerdings scheint diese Weisheit nicht zuzutreffen, zumindest wollen die gekrönten Häupter ihre Untertanen das glauben machen. So scheint der schwedische König Carl XVI. Gustav bis heute nicht recht zu verstehen, warum das Volk nach seinen Ausflügen ins Stockholmer Rotlichtmilieu eine Entschuldigung einforderte. Und auch die Spanier verlangten vergeblich ein Wort der Einsicht von ihrem König, der mit seiner Teilnahme an einer Elefantenjagd harsche Kritik auf sich gezogen hatte. Bislang.

Denn nun hat Juan Carlos überraschend öffentlich Reue bekundet. "Ich bedauere das sehr", sagte der König beim Verlassen eines Madrider Krankenhauses vor Journalisten. "Ich habe mich geirrt. So etwas wird nicht wieder vorkommen." Sein umstrittener Jagdausflug in Afrika war bekanntgeworden, nachdem sich der König in der vergangenen Woche in Botswana eine Hüfte gebrochen hatte und am Samstag in Madrid operiert werden musste. Bei dem Eingriff wurde ihm eine Prothese eingesetzt.

Fünf Tage nach dem Unfall erhielt Juan Carlos von den Ärzten nun die Erlaubnis, die Klinik zu verlassen. Der 74-Jährige habe sich von der Hüftoperation gut erholt und könne sich weitgehend selbstständig bewegen, sagte der Madrider Klinikdirektor Javier de Joz. Nun stehe eine mehrwöchige Rehabilitation an.

Extravagantes wie ethisch zweifelhaftes Hobby

Die extravagante Reise des Königs, der Ehrenpräsident der spanischen Sektion der Umweltschutzorganisation WWF ist, hatte in Spanien auch angesichts der Wirtschaftskrise des Landes Empörung ausgelöst. Der WWF hatte dem Monarchen nahegelegt, sein Ehrenpräsidentenamt niederzulegen.

Unterstützung hatte Juan Carlos von Seiten der Regierung bekommen. Noch am Dienstag rief Justizminister Alberto Ruiz-Gallardón die spanische Gesellschaft dazu auf, sowohl dem Königshaus als auch dem König "tiefen Respekt" zu gebühren. Das Königshaus als Institution solle nicht infrage gestellt werden. "Seit wir Spanier unsere Souveränität zurückgewonnen haben, ist das Königshaus zweifelsohne die Institution gewesen, die unsere Freiheit am meisten und am besten gewährleistet und am besten zu unserem Wohlstand beigetragen hat", sagte er.

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