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Scotland Yard:Neue Spur im Fall der verschwundenen Madeleine McCann

FILE PHOTO - Kate McCann, whose daughter Madeleine went missing during a family holiday to Portugal in 2007, attends a news conference at the launch of her book in London

Kate McCann sagt, sie werde niemals aufhören, nach ihrer verschwundenen Tochter zu suchen.

(Foto: REUTERS)
  • Zum zehnten Jahrestag des Verschwindens von Madeleine McCann sprechen die Ermittler von einer neuen Spur.
  • Die damals Dreijährige war 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal spurlos verschwunden. Ihr Fall ging um die Welt.

Dass der vom Brexit besessene Daily Express, die streng konservative Daily Mail und der sehr linke Daily Mirror auf ihren Titelseiten exakt dasselbe Thema behandeln, ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein April ohne Regen. Am Mittwoch aber waren sich die Blätter ausnahmsweise einig, was daran lag, dass es Neuigkeiten in der Lieblingsgeschichte der britischen Boulevardpresse gibt. Seit zehn Jahren berichten die Blätter auf der Insel ebenso eifrig wie regelmäßig über den rätselhaften Fall von Madeleine McCann, die im Jahr 2007 im Alter von drei Jahren aus einer Ferienanlage im Süden Portugals verschwand. Seither fehlt jede Spur von dem Mädchen.

In der kommenden Woche jährt sich der Tag des Verschwindens zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass hat der Leiter des britischen Ermittlungsteams gesagt, die Fahndung gehe derzeit in eine konkrete Richtung. Was das genau bedeutet, mochte er nicht ausführen, doch man tappe nicht im Dunklen, sondern gehe einer Spur nach. Für die Eltern Kate und Gerry McCann bedeutet das neue Hoffnung - wie so oft in den vergangenen Jahren. Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei sich auf dem richtigen Weg wähnt.

Vor dreieinhalb Jahren hatten die Ermittler zwei Phantombilder eines Mannes veröffentlicht, mit dem sie dringend sprechen wollten. Sie glaubten, der Mann könne der Schlüssel zur Lösung des Falls sein. Scotland Yard bat seinerzeit auch in Deutschland um Unterstützung. Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" widmete sich dem Fall. Doch trotz zahlreicher Hinweise verlief die Spur im Sande.

Madeleine ist seit dem 3. Mai 2007 verschwunden. Ihre Eltern waren mit Freunden zum Essen gegangen und hatten ihre Kinder - neben Madeleine die 18 Monate alten Zwillinge Sean und Amelie - in der Ferienwohnung in Praia da Luz an der Algarve zurückgelassen. Um 20.30 Uhr gingen die McCanns zu dem wenige Hundert Meter entfernt liegenden Restaurant. Als Kate McCann um 22 Uhr zurückkehrte, um nach den Kindern zu sehen, war Madeleine verschwunden.

Die portugiesische Polizei stellte ihre Ermittlungen im Jahr 2008 ergebnislos ein. Seither haben die McCanns nichts unversucht gelassen. Sie haben Privatdetektive angeheuert, unter anderem mit dem Erlös eines Buches über den Fall. Sie haben immer wieder an die Polizei appelliert, die Ermittlungen erneut aufzunehmen. Im Mai 2011 schrieb Gerry McCann in der Zeitung The Sun einen offenen Brief an den damaligen Premierminister David Cameron. Dieser ordnete daraufhin eine neue, weitreichende Fahndung an.

Bis zu 30 Beamte arbeiteten permanent an dem Fall, derzeit sind es noch vier. Soeben hat das Innenministerium 85 000 Pfund bereitgestellt, was heißt, dass weitere sechs Monate ermittelt werden kann. Insgesamt hat der Fall bisher elf Millionen Pfund gekostet. Ob in sechs Monaten weiteres Geld bereitgestellt wird, hängt auch davon ab, was die aktuelle Ermittlung ergibt.

Die McCanns nannten den anstehenden Jahrestag einen "schrecklichen Meilenstein verlorener Zeit". In einem Statement teilten sie mit, dass sie niemals aufhören würden, nach Madeleine zu suchen.

© SZ vom 27.04.2017/jael

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