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Rio de Janeiro:Papst Franziskus geißelt den Drogenhandel

Papst Franziskus bei seinem Besuch im Krankenhaus in Rio de Janeiro

(Foto: AFP)

Dritter Tag des Brasilienbesuchs: Der Papst ruft Lateinamerika zu einem entschlossenen Kampf gegen den Drogenhandel auf. In Rio de Janeiro eröffnet Franziskus eine neue Station zur Behandlung Suchtkranker.

Mit einem eindringlichen Appell zum Kampf gegen den Drogenhandel hat Papst Franziskus den dritten Tag seiner Brasilien-Reise geprägt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche eröffnete am Mittwoch (Ortszeit) in Rio de Janeiro im Hospital São Francisco de Assis eine neue Station zur Behandlung Suchtkranker.

"Das Übel des Drogenhandels, das die Gewalt fördert und Schmerz und Tod sät, erfordert ein mutiges Handeln der gesamten Gesellschaft", sagte der Argentinier, der bei strömendem Regen gefeiert, umarmt und mit "Viva Papa!"-Rufen begrüßt wurde. Mit Blick auf Dealer sprach Franziskus von "Todeshändlern", die in einer vom Egoismus geprägten Gesellschaft "um jeden Preis der Logik der Macht und des Geldes folgen". Er wandte sich gegen eine in einigen Ländern diskutierte Liberalisierung des Drogenkonsums. Man müsse die dahinter liegenden Probleme angehen, "indem man sich für mehr Gerechtigkeit einsetzt", forderte er.

Franziskus hatte zuvor den Marien-Wallfahrtsort Aparecida, etwa 270 Kilometer von Rio entfernt, besucht und angekündigt, er werde 2017 zur 300-Jahr-Feier von Brasiliens Schutzpatronin "Nossa Senhor Aparecida" wiederkommen. Der Papst feierte in der Basilika von Aparecida seine erste Messe in Brasilien, die in und vor der Kirche von etwa 200.000 Menschen verfolgt wurde.

In seiner Predigt rief Franziskus dazu auf, "die Hoffnung zu bewahren, sich von Gott überraschen zu lassen und in der Freude zu leben". Während der ganzen Tages regnete es fast ununterbrochen. Denoch fuhr Franziskus auch in Aparecida mit einem offenen Geländewagen durch die Straßen, wo er von Zehntausenden Menschen begeistert gefeiert wurde. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi äußerte am späten Mittwochabend auch aktuell zu dem Bahnunglück mit vielen Toten in Spanien.

Der Papst trifft die Pilger des Weltjugendtages in Rio das erste Mal an diesem Donnerstag an Rios Copacabana. Zum "Papst-Willkommen" werden an dem Strand über eine Million Menschen erwartet. Zuvor will Franziskus im Norden der Sechs-Millionen-Stadt Rio eine Armensiedlung besuchen. In der Favela Varginha leben etwa 1200 Menschen. Dem Programm zufolge wird Franziskus dort eine kurze Ansprache halten, die Kapelle São Jerônimo Emiliano besuchen und einen neuen Altar weihen. Insgesamt nehmen am Weltjugendtag bis zu zwei Millionen Menschen aus 170 Ländern teil, darunter etwa 2000 aus Deutschland.

© dpa/AFP/sebi/gal
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