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Religion - Mainz:Islam-Forscherin kritisiert Einigung mit Islamverbänden

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Mainz (dpa/lrs) - Die Islam-Forscherin Susanne Schröter kritisiert die Vereinbarung des Landes Rheinland-Pfalz mit vier islamischen Verbänden, darunter der türkische Moscheeverband Ditib. "Es ist ein vollkommen falsches Signal, das an islamistische Akteure wie die Ditib gesendet wird, die auslandsabhängig sind, einen mit unseren Grundwerten inkompatiblen Islam vertreten und zudem noch antiintegrativ agieren", sagte die Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam an der Universität Frankfurt dem Monatsmagazin "Tichys Einblick" (Dienstag).

Auf dem Weg zu einem Grundlagenvertrag mit den islamischen Verbänden hatte die Landesregierung am Mittwoch eine Zielvereinbarungen mit vier Verbänden unterzeichnet. Darin bekräftigten die Ditib Rheinland-Pfalz, Schura Rheinland-Pfalz, der Landesverband der Islamischen Kulturzentren und der Ahmadiyya Muslim Jamaat die freiheitlich-demokratische Grundordnung als gemeinsame Grundlage der Zusammenarbeit.

Schröter kritisierte unter anderem, dass die Ahmadiyya-Gemeinde eine "erzkonservative Vereinigung mit außerordentlich rigider Geschlechterordnung" sei. Schura sei ein Zusammenschluss heterogener Gruppen, von denen einige der Muslimbruderschaft zugerechnet werden müssten. Schröter rät der Landesregierung, mit gut integrierten und säkularisierten Muslimen zusammenzuarbeiten. "Wenn man mit Muslimen zusammenarbeiten möchte, die bestens integriert sind und die Lebensweise in Deutschland schätzen, dann wären die Säkularen die Partner der Wahl." Diese seien aber nicht berücksichtigt worden.

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