Royals:Queen Elizabeth II. ist tot

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Keine britische Monarchin regierte länger als sie. Jetzt ist Elizabeth II. im Alter von 96 Jahren auf ihrem Landsitz Schloss Balmoral in Schottland gestorben.

Elizabeth II., Regentin des Vereinigten Königreichs und der Commonwealth-Staaten, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Ihre Herrschaft dauerte 70 Jahre. Damit war sie die am längsten regierende britische Monarchin. Die Queen starb auf ihrem Landsitz Schloss Balmoral in Schottland, wo sie bereits die vergangenen Wochen verbracht hatte.

Geboren wurde Elizabeth II. am 21. April 1926 als Tochter des Herzogs und der Herzogin von York. Als ihr Onkel Edward zehn Jahre später als König abdankte, bestieg Elizabeths Vater George den Thron, somit wurde die ältere seiner beiden Töchter automatisch zur Thronfolgerin. Mit 14 hielt Elizabeth ihre erste Radioansprache an das Volk, genauer gesagt an die Kinder Großbritanniens und des Commonwealth.

Kurz zuvor hatte sie Prinz Philip von Griechenland kennengelernt, mit dem sie über mehrere Jahre hinweg eine Brieffreundschaft verbinden sollte. Am 20. November 1947 heirateten die beiden. Ein Jahr später kam Sohn Charles zur Welt, im August 1950 Tochter Anne. 1960 folgte Andrew, 1964 Edward. Die Ehe mit Philip dauerte mehr als 73 Jahre, er starb am 9. April 2021 im Alter von 99 Jahren.

Am 6. Februar 1952, die jungen Eltern befanden sich ohne ihre Kinder auf einer Reise durch das Commonwealth, starb Elizabeths Vater - und sie wurde im Alter von 25 Jahren Königin. Die Krönung erfolgte nach einem Trauerjahr am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey. Elizabeth war nun Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs und 15 weiterer Staaten. Als Königin in einer konstitutionellen Monarchie fielen ihr vor allem repräsentative Aufgaben zu.

Über Politik äußerte sie sich öffentlich nicht

Von Beginn an traf sie sich jede Woche mit dem jeweiligen britischen Premier, um sich über die aktuelle Lage im Land auszutauschen. In den 70 Jahren ihrer Regentschaft erlebte sie 13 Premierminister und drei Premierministerinnen.

Ihre politische Haltung äußerte die Königin öffentlich nicht. Sie soll aber häufiger als lange Zeit gedacht Änderungen an jenen Gesetzesvorlagen veranlasst haben, die ihrer Unterzeichnung bedurften, weil sie unmittelbar ihre "persönlichen Interessen" betrafen. Oft handelte es sich dabei um Erb- und Finanzangelegenheiten.

Elizabeth war eine beliebte Monarchin, auch wenn ihr immer wieder mangelnde Volksnähe und Gefühlskälte vorgeworfen wurden, besonders nach dem Unfalltod Prinzessin Dianas im Sommer 1997, als sie erst nach fünf Tagen eine öffentlichen Stellungnahme abgab.

Kommunikationstechnisch ging sie mit der Zeit, das britische Königshaus ist mit zahlreichen Kanälen in den sozialen Medien vertreten. Mehr und mehr prägten die Kinder und vor allem die Enkel der Queen das öffentliche Bild der Monarchie. Ein Bild, das in den vergangenen Jahren zunehmend unter Skandalen gelitten hat. So kam es zum Beispiel im Jahr 2020 zum großen Familienstreit mit Enkel Prinz Harry und seiner Frau Meghan, die der königlichen Familie schließlich den Rücken kehrten und in die USA umzogen - der Bruch ging als Megxit in die Geschichte des Königshauses ein.

Für Unruhe sorgte auch, dass Prinz Andrew, dem Lieblingssohn der Königin, vorgeworfen wird, eine Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Im Mai 2020 wurde wegen seiner möglichen Verbindungen zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bekannt gegeben, dass Prinz Andrew das Königshaus nicht mehr vertritt. Im Januar 2022 gab er dann "mit Genehmigung und Zustimmung der Königin" alle Schirmherrschaften und alle militärischen Ehrentitel ab.

Die Verantwortung für das Königreich, aber auch für den Familienfrieden, übernimmt nun Prinz Charles, der seiner Mutter auf den Thron folgt. Der älteste Sohn der Queen, mittlerweile 73 Jahre alt, hatte viele Jahre Zeit, sich auf die Aufgabe vorzubereiten. Neuer Thronfolger ist sein Sohn Prinz William, 40, und Nummer zwei dessen neunjähriger Sohn Prinz George. Eine Frau auf dem britischen Thron wird es somit wohl für viele Jahrzehnte nicht mehr geben.

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