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Prozesse - Penzlin:Revisionsprozess um Foltertod von Frau verzögert sich

Deutschland
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archiv (Foto: dpa)

Neubrandenburg (dpa/mv) - Der Revisionsprozess um den Foltertod einer Frau aus Alt Rehse bei Neubrandenburg verzögert sich weiter. Wie ein Sprecher des Landgerichts Neubrandenburg am Donnerstag sagte, wurden drei zusätzliche Verhandlungstermine im Februar angesetzt. Die Beweisaufnahme sei noch nicht abgeschlossen.

Der nicht öffentliche Prozess gegen den Lebensgefährten des Opfers, dem Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen wird, hatte am 5. Februar 2019 begonnen. Bisher war vom Landgericht der 27. Januar als letzter Verhandlungstermin genannt worden. Grund für die lange Dauer war eine Reihe von Beweisanträgen seitens des 54 Jahre alten Angeklagten, so dass eine Vielzahl an Zeugen aus dem Ort, seinem Umfeld und von Polizei und Behörden gehört werden mussten.

Dem 54-Jährigen wird vorgeworfen, seine 32 Jahre alte Lebensgefährtin aus Rheinland-Pfalz im Frühjahr 2016 im Streit in seinem Haus in Alt Rehse nackt an ein Bett gefesselt und gepeitscht haben soll. Dann bekam die Frau nichts zu Essen und zu Trinken, woran sie vermutlich starb, wie Rechtsmediziner erklärten. Die Leiche war nur durch Zufall von Polizisten Wochen später im Haus gefunden worden. Sie waren wegen Ruhestörung gerufen worden. Das Paar hatte sich im Internet kennengelernt.

In einem ersten Prozess 2017 war der Mann als "vermindert schuldfähig" eingeschätzt und zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sein Anwalt legte Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Nun sollte geklärt werden, ob der Angeklagte "ganz schuldunfähig" war. Er war von Mitte 2016 bis Februar 2019 in Untersuchungshaft.

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