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Prozesse - Frankfurt am Main:Bewährungsstrafe für frühere "IS"-Sympathisantin gefordert

Deutschland
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Im Prozess gegen eine mutmaßliche frühere Sympathisantin der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat die Verteidigung am Donnerstag eine Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren beantragt. Die Rechtsanwältin der 22-Jährigen erinnerte in ihrem Schlussvortrag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt an das jugendliche Alter der Angeklagten, die 2014 mit erst 15 Jahren in den Irak ausgereist sei, "weil ihr Zuhause einiges nicht gepasst hat". Sie sei "eigentlich noch ein Kind" gewesen, ihre Ausreise sei deshalb "nicht ideologisch begründet". Die Generalstaatsanwaltschaft forderte zweieinhalb Jahre Haft für die Angeklagte. Der Staatsschutzsenat will am kommenden Freitag (28. Mai) das Urteil verkünden.

Die 22-jährige Deutsche hat sich seit Anfang Dezember vergangenen Jahres wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vor Gericht zu verantworten. Der Anklage zufolge reiste sie 2014 in den Irak aus, wo sie einen "IS"-Kämpfer nach islamischem Ritus heiratete, den Haushalt besorgte und ihn nach einer kriegsbedingten Beinamputation pflegte. Dabei soll sie auch ein Kalaschnikow-Sturmgewehr besessen haben. Die Angeklagte hatte zunächst geschwiegen und später die Vorwürfe weitgehend eingeräumt. Nach ihrer Ausreise kam sie im März 2019 zunächst in türkische Haft und wurde später nach Deutschland ausgeliefert.

© dpa-infocom, dpa:210520-99-679715/2

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