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Prozesse - Flensburg:Waffensammler zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt

Deutschland
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Flensburg (dpa) - Das Landgericht Flensburg hat einen Mann, der über Jahre verbotenerweise unter anderem Kriegswaffen gesammelt hat, zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Gericht empfahl dem Angeklagten am Donnerstag zudem dringend eine Psychotherapie. Es sah es als erwiesen an, dass der 41-Jährige 2015 und 2020 unter anderem Waffen, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen, besessen hat. Eine Erlaubnis dafür hatte er nicht. Einen gewerblichen Handel mit den Waffen sah das Gericht nicht. Es sei dem Angeklagten im Wesentlichen nicht ums Geschäft, sondern um das Sammeln gegangen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert. Der Verteidiger des Angeklagten plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Er kündigte nach der Urteilsverkündung an, Revision einlegen zu wollen.

Der Angeklagte aus einem kleinen Dorf in Nordfriesland hatte die Taten am ersten Verhandlungstag umfassend eingeräumt und mit seiner Faszination für Waffen und dem Reiz des Verbotenen begründet. Insgesamt wurden mehrere Hundert Kilogramm Sprengstoff, diverse Granaten, Panzerfäuste, Maschinengewehre und -Pistolen, Revolver, Repetiergewehre sowie Tausende Schuss Munition sichergestellt. Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) waren 2015 durch Zufall auf die Spur des Mannes gelangt. Auch der Fund im Februar 2020 war eine Zufallsentdeckung.

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