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Prozesse - Berlin:Lebensgefährtin erstickt und vergraben: Aussage angekündigt

Berlin
Eine goldfarbene Justitia-Figur. Foto: Britta Pedersen/zb/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Berlin (dpa/bb) - Tagelang suchte die Berliner Polizei nach einer vermissten 34-Jährigen, dann wurde ihre Leiche gefunden: Sechs Monate nach dem mutmaßlichen Mord hat am Landgericht der Prozess gegen den Lebensgefährten der zweifachen Mutter begonnen. Der 37-Jährige soll die Frau im gemeinsamen Wohnhaus in Berlin-Adlershof zunächst gewürgt und ihr dann einen Plastiksack über den Kopf gezogen haben. Die Frau sei erstickt. Der Verteidiger kündigte zu Beginn der Verhandlung am Donnerstag an, dass sich sein Mandant am zweiten Prozesstag am 8. Oktober zu den Vorwürfen äußern werde.

Der deutsche Angeklagte soll die Frau am frühen Morgen des 16. März 2020 attackiert haben. Es habe zuvor Streit gegeben, hieß es am Rande. Was die Tat auslöste, sei bislang noch nicht klar. Der Programmierer soll der 34-Jährigen zunächst von hinten den Arm um den Hals gelegt und mit der Armbeuge heftig zugedrückt haben. Sie sei bewusstlos zu Boden gegangen. Er habe erkannt, dass sie noch lebte. "Nunmehr wurde ihm bewusst, dass sie ihn wegen dieser Tat anzeigen, er inhaftiert und die beiden gemeinsamen Kinder verlieren könnte", heißt es in der Anklage.

Mit Klebeband soll der nicht vorbestrafte Mann der Bewusstlosen in Tötungsabsicht den Mund und die Nase mit drei Streifen Klebeband verschlossen haben. Anschließend habe er ihr einen Plastiksack über den Kopf gezogen, den er ebenfalls mit Klebeband fest um den Hals verklebt habe, so die Anklage.

Die Leiche soll der Angeklagte in einem Pkw zur Wagner-Régeny-Straße in Adlershof gebracht und dort vergraben haben. In Vernehmungen bei der Polizei soll der Angeklagte schließlich den Ort genannt haben. Seit dem 20. März befindet er sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mord zur Verdeckung einer anderen Straftat aus. Für den Prozess sind sieben weiter Verhandlungstage bis zum 5. November vorgesehen.

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