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Prinz William und Prinz Harry:Zwischen Shopping und Afghanistan

Der eine Enkel der britischen Queen, William, soll mit seiner Liebsten auf Staatsreise schöne PR-Bilder produzieren. Sie im Kimono-Kleidchen, er mit Oberklasse-Grinsen. Der andere, Harry, soll in Afghanistan gegen die Taliban und sein Hallodri-Image kämpfen. Beide sagen, dass sie das freiwillig und gerne tun.

Es ist davon auszugehen, dass der komplette PR-Stab des Buckingham Palace einen Seufzer der Erleichterung tat, als Prinz William und seine Frau Kate am Dienstagnachmittag in Singapur gelandet sind. Kaum hatten die beiden das Flugzeug verlassen, entstanden schon herrlichste Bilder: Menschen jubelten dem Paar zu, das huldvoll zurückwinkte. William grinste sein schiefes Oberklasse-Grinsen, während Kate sich mit der Frau des örtlichen Verteidigungsministers übers Shoppen unterhielt. Konkret sprachen die beiden, so wird es überliefert, über die Vorzüge des Bicester Village, ein Outlet-Shopping-Center in Oxfordshire. Dort sei alles so schön nahe beisammen, habe Kate bemerkt. Dabei trug sie ein Kleid in sanftem Rosa, das im Stil eines Kimonos geschnitten und dezent mit Orchideenmustern bestickt war.

Das sind die Bilder, die der königliche Palast in Großbritannien liebt. Und das sind die Bilder, die William und Kate nun in Masse hervorbringen werden auf ihrer Südostasien-Reise, die sie von Singapur über Malaysia zu den Salomon-Inseln und nach Tuvalu führt, einem winzigen Inselstaat. Bis zum 19. September dauert die Reise. Das Paar ist ganz offiziell im Namen von Elisabeth II. unterwegs, es soll den ehemaligen Kolonien im Jahr des 60. Thronjubiläums der Königin einen Besuch abstatten. Dabei geht es einerseits darum, die freundlichen Grüße der Queen zu übermitteln, es geht aber anderseits auch darum, das Ansehen des britischen Königshauses wieder ein wenig zu polieren. Das ist nämlich nach Ansicht des Hofes seit der Las-Vegas-Sache ein wenig angekratzt.

In Las Vegas hatte sich Williams jüngerer Bruder Prinz Harry im August im Zuge von ausgelassenen Feierlichkeiten dazu hinreißen zu lassen, eine Partie Strip-Billard zu beginnen, an deren Ende er nackt dastand. Da andere Teilnehmer der Party der Ansicht waren, Bilder des nackten Prinzen an die Öffentlichkeit geben zu müssen, standen Hof und Harry ziemlich blamiert da. Zwar druckten sämtliche britische Zeitungen bis auf die Sun die Bilder nicht, sie waren jedoch sehr, sehr oft im Internet zu sehen. Die Sun brüstete sich dann noch, mit der Veröffentlichung für die Freiheit der Presse eingetreten zu sein - es waren unangenehme Tage für das Königshaus, das im Jubiläumsjahr Elisabeths auf ganz andere Schlagzeilen gehofft hatte.

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