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Panda-Plüschtiere:Pandamie statt Pandemie

Dieses Restaurant in Frankfurt hat alle Plätze mit Plüschpandas besetzt.

(Foto: Michael Probst/AP)

In Ebern in Unterfranken sitzen, kleben und hängen seit ein paar Wochen Pandabären an den Fensterscheiben. Eigentlich nur ein Spaß - dabei haben Pandas auch anderswo durchaus Vorbild-Potenzial im Pandemie-Alltag.

Von Sandra Belschner

In einem 7000-Einwohner-Städtchen in Franken mag man vieles vermuten, alte Fachwerkhäuser zum Beispiel und verwinkelte Gässchen. Aber Pandabären? Die Tiere haben im beschaulichen Ebern in Unterfranken gerade Begeisterung ausgelöst: Überall im Ort kleben, sitzen oder hängen die Plüschtiere hinter Fensterscheiben.

Die Geschichte beginnt bei Bernd Ziegler, einem Gastronom aus Ebern. Der 49-Jährige saniert gerade ein altes Fachwerkhaus am Marktplatz, die ehemalige Besitzerin des Hauses habe dort, wie er dem Spiegel erzählte, gerne am Fenster gesessen, um das Geschehen auf der Straße zu beobachten - und war dadurch stadtbekannt. Damit das Fenster weiterhin besetzt bleibe, erlaubte sich Bernd Ziegler einen Spaß und setzte einen Plüsch-Pandabären hinter die Scheibe.

Die Kuscheltiere hatte er auf seinen Asienreisen gekauft. Nach und nach verteilte Bernd Ziegler die Kuscheltiere an jedem Fenster. Als ihm dann auffiel, wie viele Kinder sich über den ungewöhnlichen Anblick freuten, postete er auf Facebook ein Foto der Bären-Bande. Es sollte eine Aufheiterung sein in schwierigen Zeiten. Und jetzt? Ist Ebern von der "Pandamie" befallen.

Der Panda als Tröster und Vorbild?

An einigen Fenstern kleben mittlerweile gebastelte Pandabären, auch Fingerfarben-Pandas zieren die Scheiben. Die Aktion, sagt der Gastronom, sei völlig unpolitisch. Aber mit der Wahl des Tieres hat Ziegler womöglich einen Nerv getroffen.

In den vergangenen Jahren trendeten in den sozialen Medien immer wieder verschiedene Tiere, die dann Tassen, Kissenbezüge und Jutebeutel schmücken, Eulen, Flamingos und Alpakas etwa. Was sie vereint? Vermutlich ihre Niedlichkeit und ihr eigentlich seltener Anblick in unserem Alltag. Würde sich nicht auch der Pandabär ganz gut eignen als Maskottchen, als Tröster in der Corona-Pandemie?

Klar, der Panda als Trendtier wäre nicht ganz neu, im asiatischen Kulturraum zählt er ohnehin zu den beliebtesten Tieren - und definitiv zu den am besten vermarkteten. Aber mit seinen schwarz umrandeten Augen und seiner etwas pummeligen Statur verkörpert der eher bewegungsarme Pandabär ja durchaus auch ein gewisses Laissez-faire, eine "Probier's mal mit Gemütlichkeit"-Attitüde.

Und als Vorbild taugt der Panda auch: Durch die eher müßige Lebensweise und die relativ großen Reviere kommt es in freier Wildbahn selten vor, dass Pandas anderen Pandabären begegnen. Die Tiere sind leidenschaftliche Einzelgänger. Mit Abstandsregeln dürften sie also keine Probleme haben.

© SZ/moge
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