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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Fünf Freundinnen

Foto: Polizei Neuss

Ein paar Mädchen in Nordrhein-Westfalen bieten der Polizei ihre Hilfe an. Einen guten Namen hat die Gruppe auch schon.

Von Viktoria Spinrad

Wenn Kinder Briefe schreiben, dann geht es ums Ganze. Man denke an den zehnjährigen Manchester-United-Fan, der Liverpool-Liebling Jürgen Klopp beherzt zum Verlieren aufforderte. Oder Elias, der sich bereits im zarten Alter von sieben bei der Münchner Feuerwehr bewarb, mit schwarzen Lettern auf liniertem Schulpapier, "Hallo Herr Kommandant". Unvergessen auch das Schreiben einer Siebenjährigen, die sich mit blauem Filzstift bei "Angla Merkel" über das schlechte Internet auf deutschen Autobahnen echauffierte.

Auf die Macht des geschriebenen Wortes setzen auch fünf Mädchen aus dem rheinischen Meerbusch. In einem Brief haben sie der Polizei ihr Engagement als Ermittler angeboten. Einen Tarnnamen hat die Gruppe, deren Mitglieder zwischen drei und zehn Jahre alt sind, auch schon: "Wir heißen Diskoagenten", schrieb die achtjährige Carlotta.

Ein Name, der zum feierwütigen Rheinland hervorragend passt. Der Standort der fünf Freundinnen ist auch optimal. Von Meerbusch, der Stadt mit der höchsten Millionärsdichte in NRW, bis ins von Clankriminalität geplagte Ruhrgebiet ist es schließlich nur ein Katzensprung, und eine Katze muss auch sein, wer als Dreijährige undercover unterwegs sein will.

Die Polizei hat auf Facebook bereits Interesse signalisiert. Bleibt nur zu hoffen, dass sie die Verbrecherjagd an Rhein und Ruhr auch wirklich den Disco-Detektivinnen überlässt. Im Fall der Siebenjährigen, die sich bei der Kanzlerin über das lahme Internet beschwerte, klang die Antwort nämlich wenig vielversprechend: Verkehrsminister Andreas Scheuer wolle das Problem zügig mit den Netzbetreibern besprechen.

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