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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Da bist du ja!

Mary und Gordon können sich nach sieben Monaten endlich wieder in die Arme schließen
(Foto: facebook.com/bailyhousecarehome)

Corona sei Dank: Wie es einem Ehemann gelang, seine Frau nach 68 Jahren Ehe zu überraschen und zu Tränen zu rühren.

Von Violetta Simon

Heiratsantrag im Stadion, Rosenregen aus dem Flugzeug: Verliebte lassen sich einiges einfallen, um ihren Partner zu beeindrucken. Sich selbst als Überraschung darzubieten, das würden wohl die wenigsten als Option in Erwägung ziehen - es sei denn, man ist frisch, sehr frisch verliebt.

Mary und Gordon sind seit 68 Jahren miteinander verheiratet, und man darf davon ausgehen, dass sich die beiden in- und auswendig kannten. Jedenfalls muss es eine Katastrophe gewesen sein, als sich das Ehepaar aus dem englischen Mansfield von einem Tag auf den anderen nicht mehr sehen durfte. Wegen der strengen Corona-Maßnahmen konnte Mary ihren Mann zuerst nicht mehr im Altersheim besuchen, schließlich musste sie selbst in ein anderes Heim. So blieben die beiden 89-Jährigen ganze sieben Monate getrennt.

Dann tat Gordon etwas ausgesprochen Romantisches: Er zog in Marys Heim um, und zwar heimlich. In dem Video, das auf der Facebook-Seite des Heims bereits 93 000 Mal angeklickt wurde, steht Gordon plötzlich seiner Frau Mary gegenüber - die ist erst baff, dann vor Freude aus dem Häuschen, schließlich zu Tränen gerührt. Man sieht, wie er seinen Stock beiseitelegt, sie lässt ihren Rollator an die Wand fahren, beide fallen sich in die Arme und küssen sich. Selbst die pragmatische Pflegerin, die stützend zur Seite stand, weinte mit.

Mit diesem Coup hat Gordon nicht nur bewiesen, dass er ein Mann der Tat ist. Sondern dass er selbst nach 68 Jahren Ehe noch in der Lage ist, seine Frau zu überraschen. Ohne Zweifel hat er damit Marys Herz ein weiteres Mal erobert. Hach.

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© SZ/vwu
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