US-Hochschulen Masern-Quarantäne an kalifornischen Universitäten

Die University of California in Los Angeles.

(Foto: AP)
  • Seit Wochenbeginn untersuchen Gesundheitsbehörden in Los Angeles fünf Masernfälle.
  • Auch ein Student der University of California soll sich angesteckt haben.
  • Für 200 Studierende und Bedienstete an zwei Unis wurde eine Quarantäne angeordnet, bis sie eine Immunität nachweisen können.

Wegen eines Masern-Ausbruchs in den USA sind mehr als 200 Studenten und Mitarbeiter zweier Universitäten in Los Angeles unter Quarantäne gestellt worden. Die Anordnung gilt für die University of California und die California State University. Danach müssen Personen, die möglicherweise dem Virus ausgesetzt waren oder nicht mit Sicherheit sagen können, ob sie dagegen immun sind, zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen Personen meiden.

Schon zu Wochenbeginn hatten die örtlichen Gesundheitsbehörden in Los Angeles gemeldet, dass sie fünf Maser-Fälle untersuchen. Unter den Infizierten ist auch ein Student der University of California, wie die Hochschule mitteilt. Zu den öffentlichen Orten, an denen sich Menschen angesteckt haben könnten, gehörten den Gesundheitsbehörden zufolge neben den beiden Universitäten auch zwei Restaurants und der Flughafen von Los Angeles.

Da gerade Bildungseinrichtungen ein hohes Ansteckungsrisiko besitzen, hat die Gesundheitsbehörde am Donnerstag Quarantäneanordnungen von 24 bis 48 Stunden herausgegegeben, bis eine Immunität gegen die Masern nachgewiesen werden kann. Einige Personen könnten bis zu einer Woche unter Quarantäne gestellt werden.

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Unis kooperieren mit Gesundheitsbehörde

Beide Universitäten würden bei der Umsetzung der Quarantäne-Anordnungen helfen und überlegen, wie man die Studenten, die auf dem Campus unter Quarantäne leben, am besten unterstützen könne, heißt es in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde.

Die University of California teilt mit, dass 43 der 119 Betroffenen der Uni ihre Masern-Immunität bereits bis Donnerstagabend nachweisen können. An der zweiten Uni, der Cal State University, soll eine infizierte Person vor einigen Tagen eine Bibliothek der Uni besucht haben. Das sagte ein Sprecher dem US-Sender CNN. Hier seien die Bibliotheksmitarbeiter, darunter auch studentische Hilfskräfte, unter Quarantäne gestellt worden.

Masern-Fälle erreichen höchsten Stand seit 25 Jahren

Die Zahl der Masern-Fälle in den USA hat mit fast 700 in diesem Jahr den höchsten Stand seit 25 Jahren erreicht. Der Wiederanstieg wird größtenteils auf Falschinformationen zurückgeführt, die Eltern dazu bringen, Impfungen abzulehnen. Rund drei Viertel der diesjährigen Fälle sind im US-Staat New York aufgetreten. Das Masern-Virus ist sehr ansteckend. Es wird über Husten und Niesen verbreitet. Bei den meisten Patienten verursachen Masern Fieber, Schnupfen, Husten und einen Hautausschlag.

Bei einer kleinen Zahl der Infizierten kann es zu Komplikationen wie Lungenentzündung und einer gefährlichen Schwellung des Gehirns kommen. "Eine Person mit einem bestätigten Masern-Fall kann Tausende Personen den Masern aussetzen", sagte Gesundheitsbehördendirektorin Barbara Ferrer am Donnerstag.

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