SZ-Kolumne "Bester Dinge":Alter Falter!

Chasse aux papillons
(Foto: imago images/Kharbine-Tapabor)

Ein Junge will bei einem Wettbewerb mit seiner Insektensammlung punkten - und ruft damit eine US-Bundesbehörde auf den Plan.

Von Julius Bretzel

Wofür soll man das eigentlich alles lernen? Die Frage stellen sich Schülerinnen und Schüler natürlich immer wieder, zum Beispiel, wenn sie wieder einmal was Langweiliges über Insekten wissen müssen. Und zugegeben, bei all den globalen Herausforderungen, vor denen die junge Generation steht, können einem Motten, binomische Formeln und Reimschemata schon mal ziemlich unnütz vorkommen.

Manchmal aber lohnt es sich auch aufzupassen, im Biologieunterricht zum Beispiel, das zeigt eine aktuelle Anekdote aus den USA. Für einen Jungen aus dem Bundesstaat Kansas war es nämlich gerade von großem Vorteil, dass er eine sonderbar bunte Motte zielsicher bestimmen konnte. Das tote, bereits vertrocknete Tier hatte er als gefleckte Laternenfliege identifiziert und seiner Käfersammlung beigefügt, vergangene Woche präsentierte er diese voller Stolz bei der Kansas State Fair, einem großen Volksfest, in einem Wettbewerb. Womit er sicher nicht gerechnet hatte: Der Fund löste eine bundesweite Untersuchung aus.

Denn die Laternenfliege ist ein invasives Insekt, eingeschleppt aus Asien. In den östlichen Bundesstaaten der USA richtet der Schädling beachtliche Zerstörung an, aber niemand hatte ihn bisher in Kansas vermutet. Die kleine Käfersammlung des Jungen auf dem Volksfest rief also gleich das US-Landwirtschaftsministerium auf den Plan, die Behörde reagierte sofort und schrieb die Fliege gewissermaßen zur Fahndung aus. Neben einem Lob für die ungeahnte Unterstützung im Kampf gegen den üblen Eindringling bekam der Junge übrigens auch einen Preis: eine blaue Schleife, hmm. Aber man lernt ja schließlich fürs Leben.

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© SZ/moge
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