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Kriminalität - Nürnberg:Tödliche Messerattacke: elfeinhalb Jahre Haft

Nürnberg (dpa/lby) - Wegen einer tödlichen Messerattacke auf einen anderen Mann hat das Landgericht Nürnberg-Fürth am Montag einen 32-Jährigen zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Zugleich ordnete die Kammer die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt an. Zunächst muss er aber vier Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe verbüßen, wie Gerichtssprecher Friedrich Weitner sagte. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk über den Fall berichtet.

Die Tat ereignete sich am 14. Mai vergangenen Jahres im Nürnberger Stadtteil Höfen. Der Angeklagte lebte dort seit einigen Wochen zur Untermiete in der Wohnung der ehemaligen Lebensgefährtin seines Freundes. Dort sollte er auf deren zweijährigen Sohn aufpassen, während sich die Mutter mit dem von ihr getrennt lebenden Kindsvater zu einer Aussprache in einem Restaurant traf. Als dort der 28 Jahre alte Vater erfuhr, dass der Angeklagte seinen Sohn betreut, geriet er in Wut. Die Frau warnte daraufhin per SMS den Angeklagten, dass ihr Freund wütend sei und er nicht aus der Wohnung gehen solle. Als der Vater dann an die Wohnung kam und klingelte, nahm der Angeklagte ein Küchenmesser, öffnete die Haustüre und stach auf sein Opfer ein. Die Klinge traf das Herz des 28-Jährigen - er starb noch an Ort und Stelle.

Laut Anklageschrift kannten sich die beiden Männer aus gemeinsamer Haftzeit, die der Angeklagte wegen Drogendelikten absaß. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft die Tat als Mord angeklagt. Das Gericht sprach den 32-Jährigen jetzt aber nur des Totschlags schuldig. Das Mordmerkmal der Heimtücke sei nicht erfüllt, weil es laut Zeugenaussagen vor den tödlichen Stichen einen etwa zehnminütigen Streit zwischen den beiden Kontrahenten gegeben habe.