Kriminalität - Berlin:Messerattacke aus Angst vor Veröffentlichung von Sex-Bildern

Berlin
Akten liegen vor einem Prozess in einem Landgericht auf dem Tisch. Foto: Swen Pförtner/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Berlin (dpa) - Weil er die Veröffentlichung pikanter Sex-Bilder befürchtete, soll ein 28-Jähriger einen Bekannten fast getötet haben. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat den Mann wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt, wie ein Sprecher am Freitag mitteilte. Der Mann soll mehrfach mit einem Messer auf den damals 31-Jährigen aus Paderborn eingestochen haben, als sich dieser am 30. Oktober 2021 in der Hauptstadt vor einer Shisha-Bar aufhielt. Dabei habe er in Kauf genommen, dass sein Opfer sterben könnte, hieß es. Er habe ihm auch versucht zu folgen, als dieses in das Lokal geflüchtet war.

Die Männer kannten sich nach den Ermittlungen zufolge schon länger und drehten gemeinsam Videos für das Portal "TikTok". Bei einer Diskussion soll der Mann aus Nordrhein-Westfalen seinem Freund offenbart haben, dass er intime Bilder und Videos von ihm und seiner Partnerin besitze. Zum Beweis schickte er ihm einen der Filme zu, wie es hieß. Der 28-Jährige hatte wohl Angst vor einer Veröffentlichung des Bildmaterials und habe eine "Verletzung seiner persönlichen Ehre wie auch der Ehre seiner Partnerin" befürchtet, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Bei der Aufklärung der Tat half den Ermittlern die Vorliebe der Beteiligten für die sozialen Medien: Laut Staatsanwaltschaft veröffentlichte der Bruder des Opfers ein Video von der Tat, der 28-Jährige soll sich bei "Instagram" damit gebrüstet haben.

© dpa-infocom, dpa:221028-99-300678/4

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