Cholera-Verdacht:Kreuzfahrtschiff mit mehr als 3000 Menschen darf nun doch in Mauritius anlegen

Das südliche Afrika erlebt einen der heftigsten Cholera-Ausbrüche seit Jahren. Weil es an Bord eines Kreuzfahrtschiffs Verdachtsfälle gibt, mussten dort Tausende Menschen ausharren.

Für die mehr als 2000 Passagiere und 1000 Besatzungsmitglieder des Kreuzfahrtschiffs Norwegian Dawn ist ein Ende des unfreiwilligen Zwischenstopps vor der ostafrikanischen Insel Mauritius wegen Cholera-Verdachts in Sicht. Nach einem Treffen der Behörden des Inselstaates hieß es, das Schiff dürfe anlegen. Am Dienstagmorgen um 6.00 Uhr Ortszeit sollen demnach die ersten Passagiere von Bord gehen dürfen.

Vorausgegangen war eine Verzögerung der Fahrt von Südafrika über Madagaskar und La Réunion nach Mauritius. Nach einer Reihe von Magen-Darm-Erkrankungen an Bord der Norwegian Dawn verweigerten die Behörden in Mauritius dem Schiff das für Sonntag geplante Anlegen im Hafen der Hauptstadt Port Louis. Zuvor hatte bereits die französische Insel La Réunion das Schiff abgewiesen.

Cholera-Verdacht: Das Kreuzfahrtschiff "Norwegian Dawn" der US-Reederei Norwegian Cruise Line 2004 vor der Küste von Florida.

Das Kreuzfahrtschiff "Norwegian Dawn" der US-Reederei Norwegian Cruise Line 2004 vor der Küste von Florida.

(Foto: BILL COOKE/AP)

Das südliche Afrika erlebt einen der schlimmsten Cholera-Ausbrüche seit Jahren. In 13 betroffenen Ländern wurden bis Mitte Januar etwa 200 000 Krankheitsfälle und mehr als 3000 Todesfälle gemeldet. Cholera wird durch ein Bakterium ausgelöst, das im Darm ein Gift bildet. Verbreitet wird es vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser sowie verunreinigte Lebensmittel. Viele Infektionen verlaufen symptomlos, jedoch kann in schweren Fällen der starke Flüssigkeits- und Salzverlust binnen Stunden zu Kreislaufkollaps und Muskelkrämpfen bis hin zu Schock und Tod führen.

Ein Großteil der 2184 Passagiere auf der Norwegian Dawn sollte eigentlich am Sonntag die Heimreise antreten. Zugleich hätten ursprünglich 2279 neue Reisende in Port Louis an Bord gehen sollen, teilte die Hafenbehörde mit. Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums nahmen am Sonntagmorgen Proben von etwa 15 Menschen an Bord. Mit dem Ergebnis der Untersuchung wird am Dienstag gerechnet. Nach Angaben aus Behördenkreisen sollen mindestens 14 Passagiere sowie ein Besatzungsmitglied an Durchfall und Erbrechen leiden. Sie seien in ihren Zimmern isoliert. Die US-amerikanische Reederei Norwegian Cruise Line teilte mit, dass bei einer kleinen Anzahl von Gästen der Norwegian Dawn auf der zwölftägigen Fahrt von Südafrika leichte Symptome einer Magenerkrankung aufgetreten seien.

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