Kindesentführung Deutscher Vater mit verschleppten Kindern in Ägypten gefasst

Die Suche nach vier verschleppten Kindern aus Niedersachsen hat nach mehr als vier Monaten ein Ende: Die Polizei fand die vier- bis achtjährigen Vermissten gemeinsam mit ihrem Vater in Ägypten. Der 37-Jährige, der nicht sorgeberechtigt ist, hatte die Kinder unter einem Vorwand bei seiner Ex-Frau abgeholt und mit ihnen das Land verlassen. Er gilt als christlicher Fundamentalist.

Glückliches Ende einer monatelangen internationalen Suche: Die von ihrem Vater nach Ägypten verschleppten Kinder aus dem niedersächsischen Hermannsburg bei Celle sind wieder in Deutschland. Das teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin mit. Zum Schutz der Familie wollte sie zum näheren Aufenthaltsort keine Angaben machen.

Unter einem Vorwand hatte der nicht sorgeberechtigte Vater die damals vier- bis achtjährigen Kinder am 25. April bei seiner früheren Frau abgeholt. Dann war er mit ihnen zunächst nach Ägypten geflogen und später in den Sudan gereist. Als Motiv für die Entführung galt die christlich-fundamentalistische Einstellung des Mannes.

Seit Monaten wurde mit internationaler Hilfe nach den Kindern gesucht. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle war in den spektakulären Fall von Kindesentzug eingeschaltet worden. Im Juni wurde der Fall in der ZDF-Fernsehsendung Aktenzeichen XY ... ungelöst gezeigt.

Am Mittwoch hieß es dann schließlich aus Ägypten, der 37-Jährige und die vier Kinder befänden sich in der Obhut ägyptischer Behörden. Nach ersten Informationen von Polizei und Staatsanwaltschaft geht es den Kindern gut.