Sternenhimmel September:Enten vom Jupiter

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Sternenhimmel September: Süden. Karte: M. Rothe

Süden. Karte: M. Rothe

Außergewöhnlich ist der Planet nicht nur, weil sich mancher dort Tiere vorstellen kann; allein seine Größe: mehr als tausend Erdkugeln hätten im Jupiter Platz. Im September kommt er der Erde besonders nah.

Von Helmut Hornung

Highlight: Nein, auf dem Jupiter gibt es keine Enten. Auch wenn kürzlich ein Witzbold über Twitter ein vermeintliches Bild des James-Webb-Teleskops verbreitet hatte, auf dem die Tiere in der Atmosphäre des Riesenplaneten schwimmen. Aber auch ohne Fauna ist der Himmelskörper außergewöhnlich, etwa hinsichtlich seiner Größe: Würde man ihn aushöhlen wie einen Kürbis, hätten mehr als tausend Erdkugeln in ihm Platz. Zudem besitzt Jupiter die 318-fache Masse unseres Planeten - auch das Rekord im Sonnensystem. Dabei dreht sich der Riese rasend schnell um seine Achse, ein Tag auf ihm dauert weniger als zehn Stunden. Aus diesem Grund ist Jupiter leicht abgeplattet.

Die viele tausend Kilometer mächtige Atmosphäre des Planetenkönigs besteht hauptsächlich aus Wasserstoff - der in tieferen Schichten in flüssiger und wegen des hohen Drucks sogar in metallischer Form existiert - sowie aus Helium mit Beimischungen von Ammoniak und Methan. Schon ein kleines Amateurteleskop zeigt in der Gashülle parallel verlaufende helle und dunkle Wolkenbänder, die vom turbulenten Jupiterwetter zeugen. Der etwa erdgroße feste Kern setzt sich aus Silikatgestein und Eisen zusammen. 79 bekannte Monde umtanzen den Planeten, vier davon erscheinen im Fernglas. Die nächsten Wochen bringen günstige Beobachtungsbedingungen, denn am 26. September wird Jupiter der Sonne in Opposition genau gegenüberstehen und mit 591 Millionen Kilometern den geringsten Abstand zur Erde erreichen. Derzeit strahlt er als hellster "Stern" am Himmel.

Sternenhimmel September: Norden. Karte: M. Rothe

Norden. Karte: M. Rothe

Sterne und Sternbilder: Zwar prangt das Sommerdreieck mit den Sternen Atair im Adler, Deneb im Schwan und Wega in der Leier immer noch hoch am Firmament, aber im Osten zieht mit den Bildern Pegasus und Andromeda schon der Herbst am Himmel ein. Über dem südlichen Horizont schimmern Wassermann, Steinbock und Schütze, im Westen Schlangenträger und Herkules. Hoch im Nordwesten blinkt die Krone, darunter leuchtet der Große Wagen. Im Nordosten versammeln sich Kassiopeia und Perseus, tief im Norden funkelt Kapella im Fuhrmann.

Sternenhimmel September: Süden. Karte: M. Rothe

Süden. Karte: M. Rothe

Planeten, Mond, Herbstbeginn: Merkur bleibt im September unsichtbar, Venus verschwindet zum Monatsende vom östlichen Morgenhimmel. Mars im Stier geht in der ersten Nachthälfte auf, Jupiter in den Fischen zeigt sich die ganze Nacht, Saturn im Steinbock geht Mitte des Monats rund vier Stunden nach Mitternacht unter. Der Fahrplan des Mondes: erstes Viertel am 3., Vollmond am 10., letztes Viertel am 17. und Neumond am 25. September. Am 23. September überschreitet die Sonne den Himmelsäquator: Um exakt 3.04 Uhr beginnt der astronomische Herbst.

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