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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Hätte schlimmer kommen können

Bester Dinge
(Foto: imago Images/Westend 61)

Seine Eltern kann man sich nicht aussuchen. Trotzdem finden die meisten Deutschen ihre Erzeuger ziemlich gut.

Von Veronika Wulf

Am 1. Juni ist Weltelterntag. Wer also den Vater- und den Muttertag verpennt hat, hat nun noch mal die Chance, einen Tag als Kommerzerfindung von Blumenläden und Pralinenherstellern zu verdammen und zu ignorieren. "Seine Familie kann man sich nicht aussuchen", ist ein weit verbreiteter Spruch, der selten positiv gemeint ist - und gerne auch für Werbezwecke erweitert wird, etwa von einem Weingut: "... den Rotwein schon". Vielleicht wäre eine Flasche mit diesem Etikett das perfekte Geschenk zum Weltelterntag?

Quatsch, schließlich verstehen sich die meisten Menschen in Deutschland gut mit ihren Eltern, wie nun eine Online-Umfrage von Yougov und dem Sinus-Institut ergeben hat. 80 Prozent haben demnach ein gutes Verhältnis, fast genauso viele empfinden Dankbarkeit für ihre Erzeuger. Drei Viertel gaben an, ihre Eltern seien immer für sie da gewesen und hätten sie zu den Menschen gemacht, die sie heute sind. Wenn es kracht, dann kracht es allerdings richtig: 14 Prozent der Befragten wollen nichts mehr mit ihren Eltern zu tun haben.

In der Corona-Pandemie sind viele junge Leute zurück zu ihren Eltern gezogen, weil die Uni sowieso online stattfand oder sie ihren Job verloren haben. Doch auch das scheint dem Verhältnis nicht geschadet zu haben: Bei den jüngeren Befragten fiel das Ergebnis sogar noch positiver aus als bei den älteren. Befragt wurden allerdings nur Erwachsene im Alter von 18 bis 69 Jahren. Unter den 15-Jährigen hätte das Ergebnis vermutlich nicht ganz so rosig ausgesehen. Aber die Pubertät vergeht ja auch irgendwann wieder.

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© SZ/afis
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