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Brände - Jüterbog:Wald bei Jüterbog brennt: Feuerwehreinsatz dauert an

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Jüterbog (dpa/bb) -Im Waldbrand-Gebiet bei Jüterbog will die Feuerwehr ihren Einsatz an diesem Montag fortsetzen. Sie kommt weiterhin nicht direkt an die Brandstellen heran, weil das Gelände mit Munition belastet ist. Man könne nur präventiv vorgehen, sagte Einsatzleiter Rico Walentin. Am Wochenende hielten die Feuerwehrkräfte etwa Brandschutzstreifen nass, um ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebiete zu verhindern.

Nach Angaben vom Wochenende war auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog laut Feuerwehr eine Fläche von etwa 150 Hektar betroffen. Der Brand war am vergangenen Mittwoch ausgebrochen. Löschflugzeuge oder Hubschrauber waren am Wochenende anders als zwei Tage zuvor nicht mehr im Einsatz. Drohnen flogen zur Erkundung über das Gelände.

Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes soll es am Montag trocken und warm bleiben. Am Dienstag wird es unbeständiger - und es soll in Brandenburg auch Regen aufziehen.

Stadtbrandmeister Walentin blickt derweil mit Sorge auf die bevorstehenden Monate: "Der Sommer geht erst richtig los. Erschreckend, wenn man überlegt, was da noch kommen könnte." Der Waldexperte und Professor an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Pierre Ibisch, geht davon aus, dass mit dem Klimawandel das Brandrisiko steigt. Im vergangenen Jahr hatte es mehr als 500 Brände in Brandenburg gegeben - so viele wie seit Jahren nicht.

Kein anderes Bundesland ist so stark mit Kampfmitteln belastet wie Brandenburg. Die Altlasten verrotten seit Jahrzehnten im Boden, bleiben aber gefährlich. Phosphormunition etwa gilt als leicht entflammbar. Zudem gilt das Bundesland wegen sandiger Böden mit viel Kiefernwald, der schnell austrocknet, als besonders anfällig für Brände.

Menschliches Handeln verursacht nach Angaben des brandenburgischen Umweltministeriums mehr als 90 Prozent aller Waldbrände. Die Polizei in Potsdam berichtete etwa von einem Waldbrand, den zwei 10 und 13 Jahre alte Jungen entfacht haben sollen. Bei ihnen seien Feuerzeuge gefunden worden.

© dpa-infocom, dpa:230604-99-935889/5

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