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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Ein Truthahn für Wanda und Jamal

(Foto: Mauritius)

Wie eine Großmutter aus Arizona versehentlich einen jungen Mann zum Essen einlud und jetzt Jahr für Jahr mit ihm Thanksgiving feiert.

Von Martin Zips

In dieser Kolumne muss das C-Wort unbedingt vermieden werden. Schließlich soll man am Ende des Textes "bester Dinge" sein. Drum ist auch das Thema "Tod" auf diesen Zeilen schwierig. Der Tod ist ja selbst im heiteren Volksstück vom "Brandner Kaspar" alles andere als ein Spaß.

In Mesa im US-Bundesstaat Arizona haben Wanda und Jamal mal wieder miteinander Truthahn gegessen. Sie tun das jedes Jahr, rund um Thanksgiving. Eigentlich wäre auch Wandas Mann Lonnie mit am Tisch gesessen. Doch Lonnie ist im April gestorben. Man kann sich schon denken, woran. Wanda war eigentlich nicht nach Feiern zumute, aber Jamal meinte es gut mit ihr, klingelte, aß und trank und sprach mit Wanda viel über Lonnie, mit dem sie 42 Jahre zusammen war.

Irgendwie typisch USA, dass an diesem Abend auch CNN mit im Raum war. Am Ende schaute also das halbe Land zu, als Jamal und Wanda vor Lonnies Foto beteten. In den USA kennt man sie gut, die Großmutter und den jungen Studenten. Das kommt daher, dass sich Wanda vor vier Jahren mal am Handy vertippt hat, als sie eigentlich einen ihrer Enkel einladen wollte. Aber da stand plötzlich der 17 Jahre junge Jamal vor ihrer Tür, den sie gar nicht kannte. Natürlich haben Lonnie und Wanda ihn reingelassen. Jamal fand's toll und hat's sofort getwittert. Fast jeder US-Bürger kennt die Geschichte nun.

Ob Jamal im kommenden Jahr mal für Wanda kocht? Da wäre eigentlich er dran, mit der Einladung. Vielleicht schickt er ihr bald eine Nachricht. Und wenn er sich vertippt? Schaut dann Markus Lanz vorbei? Sicher werden wir's erfahren.

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