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Berlin:Elfjähriger zum dritten Mal beim Dealen erwischt

Ein elf Jahre alter Junge ist in Berlin zum dritten Mal beim Dealen gefasst worden. Wie sein zwölfjähriger Komplize lebt er in einem Heim für ausländische Kinder ohne Eltern.

Er ist wohl der jüngste in Deutschland gefasste Drogendealer: Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage ist ein elfjähriger Drogenhändler von der Berliner Polizei gefasst worden. Am Sonntagmittag entdeckten Polizisten den Jungen arabischer Herkunft sowie einen zwölfjährigen Komplizen erneut im U-Bahnhof Schönleinstraße in Neukölln.

Die beiden Kinder wurden im U-Bahnhof Schönleinstraße in Berlin-Neukölln beim Verkauf von Heroinkügelchen festgenommen, einem Zentrum des Drogenhandels in der Hauptstadt. Experten zufolge schleusen arabische Kriminelle gezielt Kinder nach Deutschland, um sie zu Drogenkurieren auszubilden.

(Foto: ddp)

Wie bei den Festnahmen am Dienstag und Donnerstag vergangener Woche verschluckte er vor der Festnahme schnell sogenannte Szenekügelchen mit Heroin. In diesen Kügelchen, die Dealer häufig im Mund aufbewahren, ist Rauschgift in verbrauchsfertiger Menge abgepackt.

Beide Jungen wurden von der Polizei wie in der vergangenen Woche in ein Krankenhaus gebracht. Von dort waren sie bereits mindestens einmal geflohen. Der elfjährige Junge lebt in einem Heim für ausländische Kinder ohne Eltern in Zehlendorf und wird von Sozialpädagogen betreut. Das Heim ist offen, so dass die Kinder und Jugendlichen jederzeit kommen und gehen können.

Nach Einschätzung der Polizei ist der Elfjährige der bislang jüngste gefasste Dealer. Schon Ende Juni wurde in Charlottenburg ein ebenfalls Elfjähriger festgenommen, der Heroinkügelchen im Mund aufbewahrte. Unklar ist, ob das derselbe Junge war.

Vor einem Jahr hatte die Polizei einen Zwölfjährigen libanesischer Herkunft mit 150 Heroinkugeln gefasst. Am Donnerstag erwischte die Polizei am Alexanderplatz in Mitte einen 12-Jährigen und einen 15-Jährigen und übergab sie der zuständigen Jugendeinrichtung. Bei den Kontrollen in Berlin-Mitte und Kreuzberg wurden Bargeld und Drogen sichergestellt.

Flüchtlingskinder als Drogenkuriere

Die U-Bahnlinie 8 und ihre Bahnhöfe gehören zu den Zentren des Drogenhandels in der Hauptstadt. Nach einem Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) gab es 2009 an der U-Bahnlinie 600 Festnahmen. Der größte Teil der Dealer seien Jugendliche und Kinder arabischer Herkunft, die als Flüchtlinge geduldet würden.

Die bekannte Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig, die sich das Leben nahm, beschreibt in einem neuen Buch, wie kriminelle arabische Großfamilien gezielt Kinder unter 14 Jahren aus palästinensischen Flüchtlingslagern nach Deutschland schleusen und zu Drogenkurieren ausbilden.

In Das Ende der Geduld, das am 26. Juli erscheint, wirft sie den Behörden auch Untätigkeit vor und fordert strengere Einreisekontrollen und geschlossene Heime. Wenn der Staat die Kinder aufnehme, müsse er sie auch den arabischen Banden entziehen.