Hitzewelle Down Under Australien erlebt heißesten Januar seit Messbeginn

Buschfeuer auf Tasmanien. Einer von 50 aktiven Bränden, allein auf dem Inselbundesstaat im Süden Australiens.

(Foto: REUTERS)
  • Australien erlebte den heißesten Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Meteorologie-Behörde zufolge sind ein Hochdrucksystem und die globale Erwärmung dafür verantwortlich.
  • Die Folge: Mensch und Natur leiden unter den Auswirkungen. Millionen Fische starben in den Flüssen, Tausende Fledermäuse fallen tot von den Bäumen.
  • In den Städten gibt es wiederholt Stromausfälle. Bei den Australian Open mussten die Tennisprofis mit neuen Regeln geschützt werden.

Temperaturen oberhalb der 40-Grad-Marke machen Australien seit Wochen zu schaffen. Der trockenste bewohnte Kontinent der Erde erlebte den heißesten Januar seit Beginn der offiziellen Wetteraufzeichnungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wie die Meteorologie-Behörde am Freitag mitteilte, wurden erstmals Durchschnittstemperaturen von mehr als 30 Grad gemessen. Alle Regionen seien von den Folgen der Hitzewelle betroffen gewesen.

Die Hitze hatte Folgen für die Natur und Infrastruktur: Im Murray-Darling-Becken im Südosten, dem größten Flusssystem des Kontinents, wurden eine Million tote Fische gefunden. Behörden pumpten maschinell Luft in die Flüsse, um den Sauerstoffgehalt des Wassers zu erhöhen und die noch lebenden Fische zu retten.

Tausende tote Fische treiben auf dem Fluss Darling im Bundesstaat New South Wales. Die Aufnahme entstand am Dienstag.

(Foto: AFP)

Im Bundesstaat Victoria fielen zu Tausenden Fledermäuse tot von den Bäumen. In anderen Teilen des Landes warnten Behörden vor Beiß- und Kratzattacken der gestressten Tiere. In New South Wales schmolz zuletzt Straßenbaubitumen in der Gluthitze.

Am 24. Januar zeigte das Thermometer in Port Augusta im Bundesstaat South Australia 49,5 Grad an - die höchste Temperatur im Januar im ganzen Land. In Adelaide wurden am selben Tag 46,6 Grad gemessen - ein Hitzerekord für eine australische Großstadt. Im dürregeplagten Süden von Down Under wüteten zudem Wald- und Buschbrände. Allein für den Inselbundesstaat Tasmanien listet die zuständige Feuerschutzbehörde noch immer mehr als 50 aktive Brände auf.

Da Privatpersonen und Firmen mit elektrischen Klimaanlagen gegen die Hitze ankämpfen, wurde in den vergangenen Wochen in den Bundesstaaten South Australia und Victoria der Strom knapp. Erst am Donnerstag gab es zudem einen großen Stromausfall in Teilen der Metropole Sydney. Rund 45 000 Haushalte sowie die University of New South Wales waren zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten.

Die Australian Open bereiteten sich bereits im Dezember mit einer Regeländerung auf die Hitze vor. Erstmals wurde eine "Hitzebelastungsskala" eingeführt, die Tennisspieler vor Überlastungen schützen sollte. Bei extremen Bedingungen auf dem Platz sah sie neue Pausenzeiten vor. Dennoch machte die Hitze den Hochleistungssportlern zu schaffen. Die deutsche Athletin Andrea Petković erlitt einen Schwächeanfall und musste ihr Erstrunden-Match abbrechen.

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Hochdruckgebiet und verspäteter Monsun-Beginn

Ein Grund für die seit Weihnachten anhaltende Hitzewelle sei ein Hochdruckgebiet in der Region der Tasmansee, erklärte Chef-Klimaforscher Andrew Watkins von der australischen Meteorologie-Behörde. Kühlere Luft und Kaltfronten, die aus dem Süden kamen, seien hierdurch vom Kontinent abgehalten worden. "Gleichzeitig gab es einen verspäteten Monsun-Beginn im Norden des Landes." Daher sei auch von dort nicht die erhoffte kühlere und feuchte Luft gekommen.

Die Rekordhitze folgte auf das drittheißeste Jahr in Down Under seit Messbeginn im Jahr 1910. Für den Forscher spielen daher nicht nur temporäre Wetter-Phänomene eine Rolle. Ein Grund, so sagt er deutlich, sei auch die globale Erwärmung: Betrachte man die vergangenen hundert Jahre, so sei erkennbar, dass die DurchschnittstTemperaturen in Australien bereits um ein Grad gestiegen seien.

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