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Sizilien:Asche aufs Haupt

Ausbruch des Ätna 2021, aufgenommen von Paterno

Asche muss nicht zwangsläufig schwarz sein, es kommt, wie so oft, auf den Blickwinkel an. Und auf die Sonneneinstrahlung. Der Ausbruch des Ätna auf Sizilien, vom Städtchen Paternò aus betrachtet.

(Foto: Luigi Senna/Reuters)

Der Ätna ist mal wieder ausgebrochen. Ausgerechnet am Vorabend des Aschermittwochs.

Von Martin Zips

Sie waren wieder recht erschrocken auf Sizilien, als der Ätna nun ausbrach. Nicht dass der höchste aktive Vulkan Europas das nicht häufiger tun würde, allein in den vergangenen zehn Jahren war das Hunderte Male der Fall. Doch diesmal schleuderte der Ätna Gesteinsbrocken bis zu zwei Kilometer hoch, die Straßen der von ihm schon so oft gepeinigten Stadt Catania wurden mit Asche bedeckt, der Flughafen musste ein paar Stunden geschlossen werden - und am Ende war wirklich jeder heilfroh, dass niemand zu Schaden kam. Auf dem Parkplatz nahe der Seilbahntalstation, die hinauf zum Krater führt, fanden sich am Dienstagabend jedenfalls keine Touristenbusse, auch Wanderer waren - anders als vor gut einem Jahr auf Stromboli - in der Gefahrenzone nicht unterwegs.

"L'Etna ci ha fatto neri!" (Der Ätna hat uns schwarz gemacht) schrieb jemand schließlich auf die mit Asche bedeckte Motorhaube eines Autos. Am Vorabend des Aschermittwochs wirkte das wie eine Unterstreichung der uralten Geste, sich mit dem Symbol der Endlichkeit zu bestreuen: "Gedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zu Staub werden wirst." Geht in Ordnung. Aber bitte noch nicht jetzt.

© SZ/nas
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