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Vollmilch und Zartbitter:Süßes Tölz

Zum Anbeißen: Barbara Rösch-Rupp, Gudrun Schroth und Kurdirektorin Brita Hohenreiter (v.li.) kosten die Tölzer Schokolade.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Die Kurstadt bietet jetzt eine eigene Fairtrade-Schokolade an.

Der Kakao kommt von Bauern aus Paraguay, Bolivien und der Dominikanischen Republik, die Milch aus den Milchwerken in Berchtesgaden: Bad Tölz bietet jetzt eine eigene Schokolade aus fairem Handel an. Die Süßigkeit, die es in den Geschmacksrichtungen Vollmilch und Zartbitter gibt, ist von diesem Wochenende an im Tölzer Weltladen an der Säggasse, in der Tourist-Information (TI) am Max-Hoefler-Platz und im Heimatwerk des Stadtmuseums in der Marktstraße zu bekommen. Eine Tafel kostet 1,90 Euro. "Wir haben das Thema gerne aufgegriffen, weil wir einzigartige Give-aways suchen, die tölztypisch sind", sagt Kurdirektorin Brita Hohenreiter bei der Präsentation am Donnerstag in der TI.

Die Idee zu der Tölzer Schokolade hatte die Fairtrade-Steuerungsgruppe. Vor vier Jahren wurde die Kurstadt als "Fair Trade Town" auszeichnet; sie ist bislang die einzige Kommune im Landkreis, die dieses Zertifikat bekommen hat. Alle zwei Jahre wird das Siegel neu vergeben, dazu müssen etliche Auflagen erfüllt werden. Neben Bildungsveranstaltungen und Berichten in den Medien gehören dazu auch fair gehandelte Produkte in Geschäften und Gasthäusern. Deshalb werde man nun Cafés, Büchereien und andere Läden in Tölz ansprechen, teilte Sprecherin Barbara Rösch-Rupp mit: "Wir gehen nächste Woche raus und schauen, wer noch Interesse hat, die Schokolade zu vertreiben."

Die Tafeln sind in braunes und schwarzes Papier eingepackt, auf der Vorderseite prangt eine von Grafikerin Anja Zoelch gestaltete Teilansicht der Marktstraße. Die Etiketten wurden von Hand von den Mitarbeitern des Tölzer Weltladens aufgeklebt. Vorerst gibt es nur 200 Päckchen der Schokolade. Mehr wollten die Initiatoren wegen des begrenzten Haltbarkeitsdatums nicht in Umlauf bringen. Wenn alles gut laufe, sei es durchaus möglich, eine Auflage von 5000 bis 10 000 Tafeln anzubieten, so Hohenreiter. Die Resonanz scheint bisher ordentlich zu sein. Gudrun Schroth vom Weltladen hat fast 70 Päckchen von Kunden geordert bekommen.

Auf die Frage, ob die Bauern in Lateinamerika davon wirklich profitieren, verweist Rösch-Rupp auf das GEPA-Siegel. Dies sei ein "sehr verlässliches Zertifikat", sagt sie. Es garantiere "auf jeden Fall Bio" und auch "hohe soziale Standards". Stadtrat Richard Hoch (Grüne) betonte, dass die Farmer einen garantierten Preis erhielten, "unabhängig von den Schwankungen auf dem Weltmarkt".

Für Hohenreiter geht es nicht darum, mit der Schokolade einen Profit zu erzielen, sondern für den Fairtrade-Gedanken zu werben. Auch unter den Touristen, die gerne nach Bad Tölz kommen. "Wir werden die Schokolade als Gastgeschenk bei der Ehrung von Stammgästen verteilen", so die Kurdirektorin.