Auktion im Kloster Großer Andrang, wenig Erlös

Mehr als 100 Antiquitäten und historische Objekte kamen im Barocksaal des Klosters unter den Hammer.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Der Verein Juwel zieht eine durchwachsene Bilanz seiner Versteigerung zugunsten des Klosters Benediktbeuern.

Von Benjamin Emonts

Der Andrang am Sonntag war enorm bei der Versteigerung zugunsten des Klosters Benediktbeuern. Im prunkvollen Barocksaal drängten sich zeitweise mehr als 190 Menschen. Der Erlös der Versteigerung hielt jedoch mit der großen Resonanz nicht mit. Nach einer vorläufigen Schätzung der stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins Juwel Doris Brettschneider sind nach allen Abzügen etwa 5000 Euro für das Kloster zusammengekommen. "Wir hatten uns schon ein bisschen mehr erhofft", gibt sie zu.

Im Verein Juwel setzen sich Dorfbewohner und Kulturinteressierte seit nunmehr neun Jahren für den Erhalt des 1250 Jahre alten Klosters in Benediktbeuern ein: Sie unterstützen maßgeblich auch die Jugendarbeit der Salesianer Don Boscos. Die Ordensgemeinschaft belebt heute das ehemalige Benediktinerkloster. Bei einer ersten Auktion im vergangenen Jahr hatte der Verein noch deutlich mehr als 10 000 Euro eingenommen, obwohl der Andrang damals geringer war. Mit dem Erlös wurde der Fußboden im Barocksaal des Klosters erneuert.

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Über den am Sonntag erzielten Erlös ist man dementsprechend ein wenig enttäuscht. Für das Vorhaben, das Parkett im Speisesaal des Klosters zu erneuern, reiche das Geld bei Weitem nicht aus. "Da müssen wir noch einiges tun", sagt Brettschneider. Stolz seien sie auf ihre Arbeit der vergangenen Wochen dennoch. Mehr als 100 Antiquitäten und historische Objekte trugen sie von Vereinsmitgliedern und Gönnern zusammen - Gegenstände mit interessanten Geschichten. Ein Fahrrad der Marke Triumph, Baujahr 1936, war sofort vergriffen und ebenso ein Tölzer Bauernschrank mit Heiligenbildern, auf welche die vormalige Besitzerin beim Restaurieren des Schrankes gestoßen war. Erfolgreich unter den Hammer kamen auch das Vélo von Klosterdirektor Pater Lothar Bily, eine alte Triumph-Schreibmaschine oder die fröhlichen Moriskentänzer, holzgeschnitzte Figuren, die auf einen maurischen Springtanz zurückgehen.

Der Star der Auktion, ein Oldtimer der britischen Marke MG, Baujahr 1953, fand keinen Abnehmer. Viele Gäste hätten sich zwar sehr für das Auto interessiert, zum Kauf sei aber letztlich keiner bereit gewesen, erzählt Brettschneider. Sie hofft nun, dass der Nachverkauf den Erlös womöglich noch etwas aufbessern könnte. Entscheidend sei aber auch: "Es war eine tolle Veranstaltung."

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