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Straßenverkehr:Mehr Bäume für die Allee

Lenggries Karwendelstraße

Die Allee in der Karwendelstraße in Lenggries wurde schon 1940 als Naturdenkmal eingestuft: Wegen des Eschentriebsterbens mussten allerdings 28 Bäume gefällt werden. Nun pflanzt die Gemeinde nach.

(Foto: Manfred Neubauer)

Während an Landstraßen oft gefällt werden muss, pflanzt die Gemeinde Lenggries in der Karwendelstraße 32 Spitzahorne.

Die Fällung von vier Bäumen an der Bundesstraße 11 zwischen Icking und Ebenhausen nach einem tödlichen Autounfall hat kürzlich zu vielen Protesten geführt. Doch das jüngste Sicherheitsprogramm für Landstraßen sieht vor, einen "fehlerverzeihenden Seitenraum" von 7,50 Metern frei zu halten oder Leitplanken zu bauen. Das wäre das Ende der Alleen. Einen gegenteiligen Akzent will Lenggries setzen: Die Allee an der Karwendelstraße bleibt erhalten. 32 Spitzahorne werden nachgepflanzt, das hat der Bauausschuss am Montag beschlossen.

Seit Jahrzehnten säumen mächtige Eschen mit Stämmen von bis zu einem Meter Umfang die Karwendelstraße. Bereits 1940 wurde die Allee als Naturdenkmal eingestuft. Wegen des Eschentriebterbens mussten in den Jahren 2011 bis 2015 28 Bäume gefällt werden, 14 stehen noch. Die Gemeinde wäre nicht zu Neupflanzungen verpflichtet, eine entsprechende Vorgabe gibt es auch bei einem Naturdenkmal nicht. "Sie wäre aber aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde wünschenswert", wie Ralf Kichgatterer vom technischen Bauamt am Montag sagte.

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Bei einem Ortstermin im Oktober hätten auch die Gemeinderäte den Wunsch geäußert, die Allee zu erhalten. In einem Abstand von zehn bis zwölf Metern sollen nun insgesamt 32 Bäume neu gepflanzt werden. Sie sollen näher an Geh- und Radweg und weiter weg von der Straße platziert werden als bisher.

Man habe sich für die von der Naturschutzbehörde vorgeschlagenen Spitzahorne entschieden. Heimisch gezogene Pflanzen müssten bevorzugt werden. Die Kosten für die Jungbäume mit einem Stammumfang von etwa 20 Zentimetern belaufen sich laut Kirchgatterer auf insgesamt 6000 bis 10 000 Euro, dazu kommen Erde und Dünger. Ein Zuschuss sei von der Unteren Naturschutzbehörde in Aussicht gestellt worden. Anfragen bei zwei Baumschulen liefen, mit den Pflanzungen könne der Bauhof im Herbst beginnen.

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Über eine Verkehrsgefährdung habe man freilich nachgedacht, sagt Kirchgatterer. Aber bei einer innerörtlichen Gemeindestraße wie der Karwendelstraße mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 Stundenkilometer sei das Risiko überschaubar. "Dass da mal ein Auto dagegen gefahren ist, weiß ich schon", sagt Kirchgatterer. In den vergangenen zehn Jahren könne er sich aber an keinen Unfall mehr erinnern. Auch die Bürger beschäftige das Thema, sagte Bürgermeister Werner Weindl (CSU). Oft werde er auf die Karwendelstraße angesprochen. "Die ist für den Ort ein prägender Bestandteil."

Hans Proisl (FWG) sah das nicht so. Er stimmte als einziger gegen die Nachpflanzungen. "Wenn ein Baum stirbt, dann ist er halt weg." In Lenggries gebe es genügend Bäume. Für die Bauern mit ihren "Riesengeräten" seien die ausladenden Kronen ein Hindernis. "Das ist ein gefährliches Eck, und man kann nicht ausweichen." Markus Landthaler (FWG) sprach sich wie alle übrigen Bauausschussmitglieder für Nachpflanzungen aus. "Man sieht auf historischen Bildern, dass die Allee ewig alt ist." Zudem seien Spitzahorne tief wurzelnde Bäume. Das reduziere mögliche Probleme durch einen Straßenaufwurf. "Nachfolgende Generationen werden uns dankbar sein, wenn wir die Allee erhalten", pflichtete auch Bernhard Simon (CSU) bei.

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