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Stadtrat Geretsried:Larry Terwey legt Mandat nieder

Geretsrieder FDP-Stadtrat zieht in den Landkreis Rosenheim

Von Felicitas Amler

Larry Terwey will sein Mandat niederlegen. Der Geretsrieder FDP-Stadtrat zieht bald wegen eines schwer kranken Familienmitglieds in den Landkreis Rosenheim. Bürgermeister Michael Müller (CSU) hat er bereits darüber informiert; dem Stadtrat wollte er es in der Dienstagssitzung mitteilen. Nachrücker für Terwey ist Edmund Häner, der bereits ein Mandat als FDP-Kreisrat hat.

Terwey hatte sich bei der Kommunalwahl im März nicht nur als Stadtrat beworben. Er war auch Bürgermeisterkandidat. Als solcher hatte sich der 54-jährige IT-Manager mit weit verzweigter Patchwork-Familie eben genau für dieses Thema engagiert: die Familien. Er habe, so sagte er, in Geretsried die Erfahrung gemacht, dass es "höllisch schwierig" sei, einen Kindergartenplatz zu finden. Tatsächlich herrschte - und herrscht noch - in der Stadt ein nachgewiesener Mangel in der Kinderbetreuung. Das sollte sich ändern, war eine von Terweys Forderungen. Außerdem erklärte er, Bauten und Infrastruktur müssten ganzheitlich geplant werden. Nach seiner Wahrnehmung würden etwa Karl-Lederer-Platz, Egerlandstraße und Böhmwiese in ihrer Entwicklung zu isoliert behandelt, sagte er. Als Bürgermeisterkandidat erzielte Terwey 7,93 Prozent. Er zog als einziger Stadtrat der FDP in das Gremium ein und schloss sich der Fraktion der Freien Wähler (FW) an, die damit die Zahl ihrer Sitze von fünf auf sechs erhöhte. Wenn Edmund Häner nachrückt, will auch er in die FW-Fraktion gehen. Häner ist 45 Jahre alt und selbständiger Unternehmensberater. Er gehört dem Vorstand des FDP-Ortsverbands Geretsried-Wolfratshausen an.

Mit Blick auf die schwere Erkrankung einer Angehörigen hatte Terwey bereits das Kreistagsmandat abgelehnt, das er errungen hatte. Im Kreistag war es daraufhin zu einer äußerst unschönen Szene gekommen. Martin Bachhuber (CSU) beschimpfte Terwey ohne Rücksicht auf dessen dramatische persönliche Situation. Um derartige Reaktionen nicht erneut erleben zu müssen, wollte Terwey den Geretsrieder Stadtrat im nicht öffentlichen Teil der Dienstagssitzung genauer über die Zusammenhänge informieren.

© SZ vom 01.07.2020 / fam

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