Innenverdichtung:Ein Carsharing-Stellplatz ersetzt sieben Pkw-Parkflächen

Innenverdichtung: Dieses alte Mehrfamilienhaus in Penzberg an der Nonnenwaldstraße/Grube soll durch einen Neubau mit 20 Wohneinheiten ersetzt werden.

Dieses alte Mehrfamilienhaus in Penzberg an der Nonnenwaldstraße/Grube soll durch einen Neubau mit 20 Wohneinheiten ersetzt werden.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Das Mobilitätskonzept für ein neues Mehrfamilienhaus zeigt exemplarisch, wie private Bauherren von solchen Modellen profitieren können.

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Wenn die Penzberger Stadträte über neue ÖPNV-Angebote, Radwege und Stellplätze sprechen, folgt prompt der Verweis auf ein Mobilitätskonzept. In diesem sollen alle Erkenntnisse zusammenfließen, wie künftig in der Stadt der Verkehr umweltfreundlich gelenkt wird und welche Maßnahmen dafür erforderlich sind. Während man im Rathaus noch gemeinsam mit Experten an dem Konzept feilt, lag dem Penzberger Bauausschuss nun ein Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus mit 20 Wohneinheiten und Tiefgarage an der Nonnenwaldstraße vor - mit eigenem Mobilitätskonzept.

Erarbeitet wurde das Konzept vom Büro Veomo. Es zeigt exemplarisch auf, welchen Nutzen Bauträger von einem solchen haben können. Denn laut städtischer Stellplatzsatzung müssten für das geplante Gebäude an der Nonnenwaldstraße 2 und 2a sowohl 40 Pkw-Stellflächen als auch 40 Fahrrad-Abstellplätze nachgewiesen werden. Die Satzung erlaubt eine Reduzierung, wenn eben ein qualifiziertes Mobilitätskonzept mit eingereicht wird - vorausgesetzt, es gibt eine gute Anbindung an den ÖPNV und an die Nahversorgung. Beides, so Benjamin Biddle von Veomo, sei gegeben mit mehreren Bushaltestellen in nächster Umgebung wie auch dem Einkaufszentrum "PenZ". Dennoch gebe es einen kleinen Wermutstropfen, hieß es bei der Präsentation: die niedrige Taktung der Busse. Insgesamt betrachtet allerdings seien die Voraussetzungen für eine Reduzierung der Stellplätze vorhanden: Bei den Pkw-Parkplätzen sind es somit 28 statt 40.

Auch E-Lastenfahrräder gehören zum Konzept

Möglich macht dies unter anderem eine Kombination aus verschiedenen stationären Sharing-Angeboten. Einen Carsharing-Platz (ersetzt sieben Pkw-Plätze) soll es außerhalb der Tiefgarage geben; ebenfalls sind zwei E-Lastenfahrräder mit Ladestationen (ersetzen zwei Pkw-Stellflächen) vorgesehen. Oberirdisch sind des Weiteren ein Besucherstellplatz und ein Behindertenparkplatz sowie zehn Fahrradabstellflächen geplant. In der Tiefgarage gibt es 28 Parkplätze für Fahrzeuge, dazu einen Abstellraum für 38 Räder, vier für Lastenfahrräder sowie sechs Plätze mit Ladestationen für E-Bikes. Auch eine Servicestation für kleinere Reparaturen an den Rädern soll eingeplant werden.

"Richtig gefreut."

Der Bauantrag habe seine Fraktion "richtig gefreut", sagte Sebastian Fügener (Grüne). Nicht nur habe ein privater Bauherr sich auf ein Mobilitätskonzept eingelassen, der geplante Neubau an sich sei ein Beispiel von Innenstadtverdichtung, "wie wir es uns vorstellen".

Martin Janner (PM) fragte nach, wie bindend das Konzept für den Bauherrn sei. Durch Verträge würden etwa die Car- und Bikesharing-Angebote gesichert, erwiderte Biddle. Sie liefen meist zwischen drei und zehn Jahren. Worauf Jack Eberl (FLP) nachhakte, was passiere, wenn sich der Bauherr nicht an die dauerhafte Umsetzung des Mobilitätskonzepts halten würde. Dies zu kontrollieren, sei Aufgabe des Landratsamts Weilheim-Schongau, antwortete Günter Fuchs vom Penzberger Bauamt. Entsprechende Auflagen stünden im Genehmigungsbescheid für den Neubau.

Nach Abriss des bestehenden Wohnhauses, ein altes Steiger-Haus aus Penzbergs Bergwerkszeit, soll auf dem Grundstück ein 13 auf knapp 51 Meter großes Gebäude mit etwa zwölf Metern Höhe errichtet werden.

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