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Wegen Meldeadresse:Fälschlich für tot erklärt

Auf dem Konto eines Rentners aus Dietramszell ging plötzlich keine Rente mehr ein. Der Grund ist kurios.

(Foto: Stephan Rumpf)

Ein Mann meldete sich in Geretsried bei der Polizei, weil seine Rentenversicherung ihn versehentlich für tot erklärt und die Zahlungen eingestellt hatte.

Von Alexandra Vecchiato

Da staunte die Geretsrieder Polizei nicht schlecht. Einen Sachverhalt mit Seltenheitswert brachte am vergangenen Freitag ein Mann aus München in der Inspektion an der Jeschkenstraße zur Anzeige. Seine Rentenversicherung hatte ihn versehentlich für tot erklärt und die Zahlungen daher eingestellt. Unterschiedliche Meldeadressen, die der 87-Jährige verwendete, führten zu dem Irrtum, wie sich herausstellte.

Die Polizei wird öfters mit Kuriosem konfrontiert. Doch diese Geschichte dürfte die Geretsrieder Beamten erstaunt haben. Den Schilderungen des Rentners nach wurde er von einer großen deutschen Rentenversicherung fälschlicherweise offiziell für tot erklärt, obschon er quicklebendig ist. Die Konsequenzen waren weitreichend: Die Rentenzahlungen wurden storniert, er erhielt kein Geld mehr. Nach derzeitigem Recherchestand der Geretsrieder Beamten kam es innerhalb der Versicherung zu einem Versehen. Der Rentner aus München hatte bei diversen Schriftstücken an die Versicherung nämlich eine Adresse in Dietramszell angegeben. Dort wohnt seine Lebensgefährtin, er selbst hält sich regelmäßig in Dietramszell auf.

Die Versicherung ihrerseits stellte eine Diskrepanz mit der offiziellen Meldeadresse des Mannes in München fest und nahm aus bislang nicht nachvollziehbaren Gründen - wie es im Polizeibericht heißt - an, dass der Versicherungsnehmer tot sein müsse. Was letztlich die Aussetzung der Zahlungen nach sich gezogen hatte.

Die Geretsrieder Polizei konnte nun den Irrtum bei der Versicherung aufklären. Der Albtraum hatte für den Mann ein schnelles Ende. Der 87-Jährige freut sich seines Lebens - und kann hoffentlich bald wieder auf ein aufgefülltes Bankkonto zurückgreifen.

© SZ vom 07.06.2021
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