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Bad Tölzer Stadtentwicklung:Ein Rondell für mehr Sicherheit

Fahrradfahrer Badstraße

Der Kreisverkehr am Amortplatz ist Vorbild für ein Pendant, das auf der anderen Seite der Isarbrücke entstehen soll. Damit erhoffen sich die Stadträte eine Entschärfung der Verkehrssituation, besonders für Radler.

(Foto: Manfred Neubauer)

An der Ostseite der Tölzer Isarbrücke soll ein Mini-Kreisverkehr entstehen. Weil dadurch die Abbiegespuren wegfallen, könnte stattdessen ein Radfahrstreifen installiert werden

Die Isarbrücke ist für Radfahrer in Bad Tölz eine gefährliche Stelle. Auf dem stark frequentierten Übergang im Stadtzentrum gibt es für sie keinen Fahrstreifen, ebenso wenig am Kapellengasteig und in der Säggasse, auch nicht am Amortplatz. Deshalb radeln die meisten notgedrungen auf den beiden Gehwegen der Brücke, vorbei an Blumentrögen, Sitzbänken und Lichtmasten, zwischen Fußgängern hindurch. Das soll sich künftig ändern. Die Stadträte haben am Donnerstagabend im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss einstimmig beschlossen, einen Mini-Kreisverkehr auf der Ostseite der Brücke - also zur Fußgängerzone hin - prüfen zu lassen. Der Vorteil: Damit fallen die Abbiegespuren in allen Richtungen weg, wodurch Platz für eigene Radfahrstreifen entsteht.

Die Verkehrssituation auf der Isarbrücke mit vielen Autos und Lastwagen, Radfahrer und Passanten ist unübersichtlich. Vor allem Radler, die von der Marktstraße oder vom Michael-Deschermaier-Weg her kommen, müssen umständlich mehrere Fahrbahnen queren, ehe sie ins Kurviertel gelangen. Seit 2004 wurde immer wieder mal über Lösungen debattiert, allerdings ohne Ergebnis. Nun brachten die Stadträte Camilla Plöckl (SPD) vom Arbeitskreis Radeln und Franz Mayer-Schwendner (Grüne) das Problem abermals auf die Tagesordnung. Sie stellten den Antrag, einen gemeinsamen Fuß- und Radweg beidseitig auf der Isarbrücke zu schaffen. Damit befasste sich die Verkehrskommission vor gut einem Monat, ohne zunächst einen Konsens zu finden. Bis die Idee aufkam, den kleinen Kreisel zu bauen.

Das Rondell soll einen Durchmesser von etwa 18 Metern haben und damit ungefähr so klein ausfallen wie das Pendant auf der anderen Seite am Amortplatz. Wie Bauamtsleiter Christian Fürstberger erklärte, gäbe es damit eine weitere Querungsmöglichkeit für Radler und Fußgänger quer über die Brücke. Auf dem Übergang, am Kapellengasteig und in der Säggasse könnte man Radfahrstreifen schaffen, weil die Abbiegespuren wegfallen. Insgesamt würde der Verkehr an diesem Knotenpunkt verlangsamt und auch gleichmäßiger fließen. Und noch etwas listete Fürstberger als Pluspunkt auf: Da die Ampel wegfällt, wäre es leichter, den Lieferverkehr auch unten mal aus der Fußgängerzone herausbringen.

Der Vorschlag sei zwar nicht neu, aber gut, meinte Mayer-Schwendner. Schon 2005 habe man darüber diskutiert, einen Kreisverkehr nahe der Marktstraße jedoch aus gestalterischen Gründen wieder verworfen. "Das wäre damals schon die beste Lösung gewesen", sagte er. Sie biete viele Vorteile für die Radfahrer und sei besser als die Ersatzvariante, die Plöckl und er in dem Antrag formulierten, weil sie einem Kreisverkehr kaum Chancen einräumten. "Wir hätten nicht gedacht, dass man sich an eine solche Lösung erinnert." Außerdem hätte sie für Mayer-Schwendner auch den Vorteil, die Nockhergasse einmal als Parallelstrecke für Radler zur Fußgängerzone zu etablieren.

Auch Michael Lindmair (FWG) zeigte sich von der Idee eines Kreisels angetan. Dies würde viele Probleme auf der Isarbrücke lösen, sagte er. Allerdings wies er darauf hin, dass die Fußgänger an manchen Tagen in breiten Strömen diesen Übergang benutzten, beispielsweise zum Christkindlmarkt. Deshalb sei es erforderlich, "dass die Aufstellflächen auf den Querungshilfen breit genug sind", betonte Lindmair. Der scheidende Bürgermeister Josef Janker (CSU) plädierte ebenfalls für das kleine Rondell. "Man sollte es ausprobieren und planen", sagte er. Dies soll nun ein Planungsbüro übernehmen, das dabei auch gleich die Statik der Isarbrücke untersuchen wird.