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Verkehrskonferenz:BMW hilft beim S-Bahn-Nordring

Grafik München S-Bahn Nordring

SZ-Grafik; Quelle: Vieregg-Rössler

  • Das Schienennetz, auf dem der S-Bahn-Ring entstehen könnte, wird bisher nur für den Güterverkehr genutzt.
  • Eine Studie soll nun klären, wie die Strecke ausgelastet werden könnte und welche Bahnhöfe angeschlossen werden können.
  • Ob sich BMW auch finanziell am Ausbau der Gleise zur S-Bahn-Strecke beteiligt, sei noch völlig offen.

Die Planungen für einen möglichen S-Bahn-Nordring könnten schneller vorankommen, als bislang gedacht. Noch in diesem Jahr soll eine Untersuchung zu der möglichen neuen S-Bahn-Trasse in Auftrag gegeben werden. Zudem macht ein mächtiger Partner Druck: BMW.

Der Autobauer beteiligt sich an den Verhandlungen mit Bahn und Stadt und prüft nach SZ-Informationen inzwischen auch selbst, wie ein Verkehr auf den Gleisen funktionieren könnte. "So weit wie jetzt waren wir bei diesem Thema noch nie", sagte Stephan Reiß-Schmidt, Münchner Stadtdirektor, vor Kommunalpolitikern bei der Verkehrskonferenz München-Nord in Dachau.

Das Schienennetz, auf dem der S-Bahn-Ring entstehen könnte, wird bisher nur für den Güterverkehr genutzt - weshalb sich die Begeisterung der Deutschen Bahn (DB AG) derzeit noch in Grenzen hält. Die Studie soll nun klären, wie die Strecke ausgelastet werden könnte und welche Bahnhöfe angeschlossen werden können. Wichtig wäre ein Stopp in Milbertshofen.

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Dort sollen durch den Ausbau des Forschungs- und Innovationszentrums von BMW 15 000 weitere Arbeitsplätze angesiedelt werden. Das Interesse an einer vernünftigen Anbindung des Areals ist bei BMW entsprechend groß. Die Kommunalpolitiker aus München und den Landkreisen Dachau, Freising und München versprechen sich daher viel von der Einflussnahme des Automobilherstellers auf die Deutsche Bahn.

Dachaus Landrat Stefan Löwl (CSU) sagte, ein Konzern wie BMW habe einfach ganz andere Möglichkeiten bei den Gesprächen mit der Deutschen Bahn als die Politik - obwohl die DB AG immer noch in der Hand des Bundes ist. Tatsächlich verhandelt BMW sehr intensiv mit der zuständigen DB-Netz und auch mit der Stadt über den Nordring.

BMW entwickelt bereits Ideen für eine rentable Strecke

Als bislang einziges Münchner Unternehmen ist der Autobauer auch von Anfang an in die Verkehrskonferenz München-Nord eingebunden, die am Dienstag zum zweiten Mal tagte. Die verkehrliche Infrastruktur sei ein Wettbewerbsfaktor, sagte Herbert Grebenc, der bei BMW für die Immobilien verantwortlich ist. "Wir wollen Berechenbarkeit und Verlässlichkeit."

Ob sich BMW auch finanziell am Ausbau der Gleise zur S-Bahn-Strecke beteiligt, sei freilich noch völlig offen, sagt Pressesprecher Jochen Frey. "Wir prüfen aber auch konkrete Verkehrsleistungen", sagt er. Will heißen: BMW entwickelt mit möglichen Anbietern, allen voran der DB, bereits Ideen, wie ein Betrieb auf der Strecke rentabel gestaltet werden könnte. Dabei wolle man noch keineswegs der Debatte vorgreifen, wie der Nordring weitergeführt werden solle.

Bei der Variante, die die Freien Wähler kürzlich vorstellten, führt die Trasse weiter nach Pasing; bei der, die in der Verkehrskonferenz diskutiert wurde, bis nach Olching. BMW sei eine sinnvolle Verknüpfung mit dem restlichen Schienennetz wichtig, so Frey. Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) dämpfte bei der Konferenz in Dachau die Nordring-Hoffnung. Wichtig sei jetzt die zweite Stammstrecke. Innerhalb der nächsten 14 Tage, so sagte er, solle der letzte Planfeststellungsbeschluss stehen, bis Ende 2016 soll der Finanzierungsplan fertig sein.

Der Münchner Landrat Christoph Göbel (CSU) zeigte sich wenig überzeugt: "Die zweite Stammstrecke ist nicht der Schlüssel zum Erfolg." Durch sie werde lediglich erreicht, dass das jetzt völlig überlastete System wieder funktioniere. Der Großraum München sei an einem Punkt, von dem aus gesundes Wachstum gefördert werden müsse. Sonst werde das Wirtschaftsgebiet Rückschritte machen. Für Göbel gibt es dazu einen wichtigen Weg: "Wir brauchen Tangentialen."

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