Verkehr in Bayern Stillstand zum Ferienbeginn

Ein Klassiker: der Stau in und um München während der Pfingstferien.

(Foto: dpa)

Ein Stauklassiker steht bevor: Wer über Pfingsten verreisen will, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. Halbwegs freie Fahrt gibt es wohl nur am Sonntag - vorausgesetzt, man schafft es durch die Baustellen rund um München.

Von Andreas Schubert

Am Pfingstwochenende wird es auf Bayerns Autobahnen wieder "kuschelig". So zumindest drückt es Alexander Kreipl aus. Er ist Verkehrsexperte beim ADAC Südbayern und verkündet im Prinzip jedes Jahr zur Ferienzeit das Gleiche: Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, muss sich auf heftige Staus einstellen. Besonders jetzt, zu Beginn der Pfingstferien, steht eines der staureichsten Wochenenden des Jahres bevor. Und gerade rund um München wird - nicht zuletzt wegen einiger Baustellen - der Verkehr nur sehr langsam rollen.

Die Pfingstferien sind inzwischen ein Stauklassiker. Weil sie nur zwei Wochen dauern, machen sich viele Autofahrer gleichzeitig auf den Weg nach Süden, anders als in den sechs Wochen langen Sommerferien, in denen das Reiseaufkommen einigermaßen entzerrt ist. Mit der ersten großen Reisewelle Richtung Österreich und Italien rechnet der ADAC am kommenden Freitagnachmittag, 7. Juni, und am Samstag, 8. Juni.

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Verschärfen werde sich die Lage zudem am Samstag, 15. Juni, wenn eine zweite Reisewelle anrollt, sowie in der zweiten Ferienwoche, wenn zahlreiche Kurzurlauber den Brückentag nach Fronleichnam, 20. Juni, für ein verlängertes Wochenende nutzen. Was noch dazukommt: Am Mittwoch vor Fronleichnam beginnen bereits die Sommerferien in Berlin und Brandenburg.

Mit vermehrtem Rückreiseverkehr ist laut Kreipl bereits am Pfingstmontag, 10. Juni, sowie am Dienstag, 11. Juni zu rechnen. Ebenso am Samstag, 22. Juni, und Sonntag, 23. Juni, wenn die Pfingstferien wieder enden: "Weitgehend freie Fahrt haben die Autofahrer am Pfingstsonntag, 9. Juni", sagt Kreipl und empfiehlt deshalb, möglichst an diesem Tag in die Ferien zu fahren.

Rund um München sind vor allem die Ostumgehung A 99 wegen der dortigen Bauarbeiten besonders stauträchtig, da es hier keine Umfahrungsmöglichkeiten gibt. Auf der A 95 Richtung Garmisch bremsen Brückenbauarbeiten den Verkehr. Gebaut wird derzeit auch auf der A 96 Richtung Lindau, auch dort wird der Verkehr stocken.

Staus zu umfahren lohnt sich oft nicht

Stehen werden die Autofahrer auch an den Grenzübergängen. Einerseits, weil das Bundesland Tirol an mehreren Tagen (6. Juni, 11. bis 13. Juni, 17. bis 19. Juni und 21. Juni) Blockabfertigungen für Lastwagen angekündigt hat. Auf der A 93 steht den Autofahrern auf bayerischer Seite deshalb nur eine Spur zur Verfügung. Bei der Rückreise staut es sich dann wegen der Grenzkontrollen, besonders bei Kiefersfelden (A 93), Walserberg (A 8) und Passau/Suben (A 3). Ausweichmöglichkeiten gibt es an den Grenzübergängen Mittenwald/Scharnitz, Achenpass, Wildbichl, Kössen, Melleck/Steinpass, Simbach am Inn und Obernberg/Bad Füssing.

Ansonsten lohne es sich in der Regel nicht, die Staus zu umfahren, sagt ADAC-Stauberater Bernd Emmrich. Die angrenzenden Straßen hätten gar nicht genug Kapazitäten, den Ausweichverkehr aufzunehmen. Wie jedes Jahr schickt der Automobilclub seine Stauberater mit Motorrädern auf den klassischen Reiserouten rund um München auf Streife. Unter anderem geben sie Tipps, wenn es Umfahrungsmöglichkeiten gibt, und teilen auch klassische Landkarten aus.

Außer den Informationen im Radio gibt es inzwischen auch hilfreiche Apps, auf denen Infos zu Staus und Baustellen zu finden sind. "Google Maps" sei schon mal nicht schlecht, findet Bernd Emmrich und verweist natürlich auch die ADAC-eigene "Maps"-App. Für Österreich empfiehlt er die vom Autobahnbetreiber Asfinag angebotene App "Unterwegs".

Wer es nicht vermeiden kann, ausgerechnet am kommenden Samstag in die Ferien zu reisen, sollte laut Empfehlung des ADAC entweder sehr früh losfahren, oder erst am Nachmittag, wenn die schlimmste Stauwelle allmählich wieder abebbt.

Wer an Pfingsten nicht nach Süden, sondern in die Gegenrichtung reist, wird auch nicht um Geduldsproben auf der Straße herumkommen. Bundesweit sei mit bis zu 800 Staus zu rechnen, sagt Alexander Kreipl.