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Park+Ride:Pendler protestieren gegen Parkgebühren am Tutzinger Bahnhof

Die Bahn kassiert von Oktober an 22 Euro im Monat - und die Bürgermeisterin erhält Beschwerdebriefe.

Dass die Deutsche Bahn vom 1. Oktober an auf ihren bislang kostenfreien Park + Ride-Plätzen am Tutzinger Bahnhof Gebühren verlangt, erbost zahlreiche Tutzinger und Pendler von außerhalb. Im Rathaus seien "viele Bürgerbriefe" eingegangen, teilte Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW) am Dienstag im Umwelt- und Verkehrsausschuss mit. CSU-Gemeinderätin Stefanie von Winning, die täglich nach München pendelt, ergänzte, das Thema werde in der S-Bahn heiß diskutiert - bis hin zu der falschen Behauptung, Tutzing habe die Parkplätze "an die Bahn verkauft". Angesichts des Proteststurms war es der Bürgermeisterin offenkundig wichtig, klarzustellen, dass der Gemeinde die Hände gebunden seien.

Die Stellflächen mit 312 Parkplätzen östlich und westlich der Gleise seien schon jahrelang im Besitz der Bahn. Man könne ihr nicht verwehren, diese über ein Tochterunternehmen zu bewirtschaften. Dies geschehe auch an anderen Bahnhöfen. Unmut über diese Geschäftspolitik wurde aber auch aus den Reihen der Gemeinderäte laut. Obwohl die Parkplätze jetzt kosteten, investiere die Bahn dort nichts und halte die Toiletten nicht in Schuss. "Absolut kundenunfreundlich", monierte Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste).

Einige Bürger aus dem Tutzinger Ortsteil Kampberg, die ohne ÖPNV-Verbindung auf ihr Auto angewiesen sind, haben einen "Antrag" eingereicht, die Gemeinde möge doch bitte ihre Parkkosten übernehmen. "Aber das geht nicht", beschied die Rathauschefin dieses Ersuchen. Für das Parken am Bahnhof sind von kommenden Dienstag an für eine Stunde 50 Cent fällig, ein Tag kostet 1,50 Euro, eine Woche 7,50 Euro und ein Monatsticket 22 Euro. Lösen kann man die Tickets an einem Parkscheinautomaten.

© SZ vom 26.09.2019 / manu

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