Starnberg Wildschwein auf der Autobahn

Geretsriederin rammt mit ihrem Wagen in Morgenstunden das Borstentier

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Blaue Reflektoren gegen Wildunfälle ILLUSTRATION - Ein ausgestopftes Wildschwein steht am 20.03.2013 in Waldböckelheim (Rheinland-Pfalz) an der Straße. An vielen Straßen leuchten sie bereits: Auffällig blaue Reflektoren an den Leitpfosten. Sie sollen unter anderem Rehe, Wildschweine und Hirsche so abschrecken, dass sie nicht unvermittelt auf die Straße laufen. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa (zu dpa-Korr.: 'Blaue Reflektoren gegen Wildunfälle: Klappt's oder klappt's nicht?' vom 01.04.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++

(Foto: dpa)

OberdillErneut hat sich ein Unfall mit einem Wildschwein zwischen Oberdill und Forstenried auf der Garmischer Autobahn (A 95) ereignet. Nach Polizeiangaben kollidierte am Montagmorgen gegen 7 Uhr eine 47-jährige Autofahrerin auf der linken Spur mit dem Tier, als sie in Richtung München unterwegs war. Rund 200 Meter weiter konnte die Geretsriederin ihren Wagen auf die Standspur lenken. Die Frau kam trotz des Aufpralls unverletzt davon, während das Tier tot auf der Fahrspur liegen blieb. Der Kadaver zwang einen nachfolgenden 32-jährigen Pkw-Fahrer aus Wolfratshausen zum Bremsen, was wiederum ein 39-jähriger Schäftlarner zu spät bemerkte und auf das Heck des anderen Autos auffuhr. Auch bei dieser Kollision wurde laut Polizei glücklicherweise niemand verletzt; doch beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Insgesamt beläuft sich der Schaden beider Unfälle auf rund 10 000 Euro. Die linke und mittlere Spur musste für 45 Minuten gesperrt werden, es kam daher in Richtung München zu Behinderungen im Verkehr. Im Einsatz war zudem die Autobahnmeisterei Starnberg, um die Fahrbahnen zu säubern.

Immer wieder rennen Wildschweine zwischen dem Starnberger Dreieck und der Ausfahrt Forstenried über die Autobahn und gefährden den Verkehr. Diesmal habe das Schwarzwild von Osten her nach links in den westlichen Bereich des Forstenrieder Parks wechseln wollen, was seltener vorkomme, teilte die zuständige Autobahnpolizei in Weilheim mit. Einer der schwersten Unfälle hatte im vorigen September nachts eine Rotte Wildschweine auf dieser Strecke ausgelöst. Dabei waren drei Tiere getötet und vier Wagen teilweise erheblich beschädigt worden. Im Vorjahr sind die Kollisionen mit Wildschweinen, aber auch mit Rehen und Füchsen im Fünfseenland enorm gestiegen - nämlich um fast 40 Prozent, so die Polizei. Besonders die Population der Wildschweine ist in der Region angewachsen.