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858 000 Euro für ein Reihenhaus:Was Wohnen im Fünfseenland kostet

Die Immobilienpreise sind in den meisten Gemeinden so hoch wie nie - in einigen stagnieren sie aber auch.

Wohl kaum ein Kandidat für die anstehende Kommunalwahl hat nicht dieses eine Ziel: mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen! Dabei sind die Wohnungen im Landkreis sicherlich bezahlbar. Fragt sich nur, für wen? Der Immobilien- und Maklerverband IVD Süd hat in seinem jüngsten Marktbericht meist eher moderate Preissteigerungen im Fünfseenland festgestellt. Aus den Daten vom Herbst 2019 folgern sie, dass der Markt sich beruhigt habe. Das liegt aber vor allem daran, dass es teurer als bisher kaum noch geht. Starnberg bleibt teuerste Kreisstadt im Münchner Umland, im Landkreis ist es kaum günstiger. Für Familien mit mittleren Einkommen sei "die Belastungsgrenze schon längst überschritten", so die Autoren.

Starnberg: Abgesehen vom Wiesengrund werden in Starnberg vor allem Luxusimmobilien geplant. Dementsprechend wird es hier noch teurer. Bestandswohnungen der Kategorie "guter Wohnwert", die nach 1950 gebaut wurden, kosten pro Quadratmeter 17,50 Euro Miete - mehr als in München. Im Frühjahr 2019 lag der Quadratmeterpreis in Starnberg noch bei 16,90 Euro. Ein Reihenhaus kostet mittlerweile durchschnittlich 858 000 Euro, 20 000 mehr als ein Halbjahr zuvor.

Feldafing: Bestands-Mietwohnungen in Feldafing kosten 12,90 Euro pro Quadratmeter, das ist vergleichsweise wenig. Deutlich gestiegen ist dagegen der Kaufpreis für Reihenhäuser: Er liegt mittlerweile bei 835 000 Euro, eine Steigerung um 65 000 Euro innerhalb eines Jahres. Entspannung ist auch hier nicht in Sicht, weil es noch dauern wird, bis das Bundeswehr-Gelände als Bauland erschlossen ist.

Gauting: In Gauting ist das Angebot besonders rar. Das hat weitere Preissteigerungen zur Folge, weil nicht weniger Menschen hierher ziehen wollen. So kostet eine Doppelhaushälfte nun mehr als eine Million Euro, 50 000 Euro mehr als im Herbst 2018. Die Mietpreise steigen in geringerem Maß, der Quadratmeter liegt nun bei 15,90 Euro statt 15,30 Euro.

Herrsching: Die Wohnungsmiete in Herrsching in der Kategorie "guter Wohnwert" beträgt 15,50 Euro pro Quadratmeter, nur wenig mehr als in den vorangegangenen Monaten. In der höchsten Ausstattungs- und Lagekategorie allerdings stieg der Preis auf 20,30 Euro - gut drei Euro mehr als ein Jahr zuvor. Eine neu gebaute Doppelhaushälfte kostet mittlerweile über 1,4 Millionen Euro.

Inning: Die Gemeinde ist eine Ausnahme, denn hier stagnieren die Mieten: Bestandswohnungen kosten pro Quadratmeter nach wie vor 12,50 Euro, neu gebaute Wohnungen 14 Euro.

Krailling: Ähnlich sieht es in Krailling aus. Die Quadratmetermiete einer Wohnung mit Baujahr nach 1950 kostet im Schnitt 13,30 Euro, nur wenige Cent mehr als zuvor. Bei Neubauwohnungen ist der Preis sogar leicht gesunken, auf 15,90 Euro. Wer eine Doppelhaushälfte kaufen möchte, muss 967 000 Euro zahlen, 11 000 Euro weniger als vorher.

Pöcking: "In einigen Marktsegmenten übertreffen die erzielten Preise sogar das Münchner Niveau", heißt es in der IVD-Studie über Pöcking. So muss man für ein freistehendes Einfamilienhaus - ohne Seeblick - fast 1,9 Millionen Euro zahlen. Eine Bestandswohnung kostet pro Quadratmeter zwar nur zehn Cent mehr Miete als im Herbst 2018, günstig sind 17,60 Euro aber nicht.

Tutzing: "Rentner und junge Familien finden nur schwer Wohnraum", schreiben die Marktforscher. Kein Wunder, liegt der Quadratmeterpreis für eine Mietwohnung mittlerweile bei 17,20 Euro. Womöglich bringen die 70 geplanten Wohnungen am Kallerbach etwas Entspannung.

Wörthsee: In Wörthsee kostet die Miete 13 Euro. 700 Quadratmeter Baugrund in mittlerer Lage sind für 675 000 Euro zu haben - in Starnberg kostet das fast das Doppelte.

© SZ vom 06.02.2020

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