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MVV-Buslinien:Gelassen durch die Gautinger Baustellen

Tibor Jonas muss um 3.30 Uhr aufstehen, damit seine Touren pünktlich starten. MVV und SZ suchen den Busfahrer des Jahres.

Für Tibor Jonas kommt die Nachricht ziemlich überraschend. Dass sein Chef - Gerhard Westele vom Busunternehmen Demmelmair - ihn als besonders guten und freundlichen Busfahrer benannt hat, freut ihn sehr, macht ihn aber auch ein wenig sprachlos. Er fahre gern Bus, sagt er. Und es koste ihn nichts, freundlich zu sein. Das gehöre doch zum Job dazu, findet er. Tibor Jonas ist 34 Jahre alt und vor fünf Jahren aus Serbien nach Deutschland gekommen. Davor hat er Lastwagen gefahren, erzählt er. Seit zwei Jahren ist er bei der Firma Demmelmair beschäftigt, die ihren Sitz in Friedberg hat und die meisten MVV-Linien im Landkreis Starnberg bedient. Und somit ist er auch oft in Gauting unterwegs.

Er macht gerade Pause am Busdepot an der Würm, gleich hinter den Würmterrassen. Wie die meisten Fahrer ist er ganz zufrieden mit diesem Standort, man stört niemanden, kann rauchen, sich die Beine vertreten, über die Straße zum Bäcker oder Metzger gehen, oder einfach auf einer Bank hocken und dem Wasserrauschen am Wehr lauschen. Manche Kollegen nutzen die Zeit für ein Nickerchen. Die Pausen sind unterschiedlich lang, einige dauern zwei Stunden, heute hat er 40 Minuten, bis seine nächste Tour in Pasing beginnt. Was heißt, dass heute wieder einer der langen Tage wird.

Gauting, Busparkplatz Tibor Jonas

Busfahrer Tibor Jonas gilt als besonders freundlicher MVV-Chauffeur. Sein Chef hat ihn für die SZ-Auszeichnung vorgeschlagen.

(Foto: Georgine Treybal)

Jonas wohnt in Augsburg, muss um halb Vier in der Früh aufstehen um rechtzeitig um halb Fünf in der Firma zu sein. Mit einem Firmenauto geht es dann gemeinsam mit den anderen Fahrern, die für einen Dienst in der Region eingeteilt sind, zum jeweiligen Depot. Die kurze Schicht dauere von sechs bis zwölf Uhr und gelte jede zweite Woche, immer dann, wenn er auch am Samstag fahre, erzählt Jonas auf Nachfrage. Wenn er Samstag frei hat, kommen an jedem zweiten Tag noch Fahrten auf einer anderen Route dazu, die meist bis 17 Uhr dauern. Er beschwert sich nicht, er kennt es nicht anders.

In diesem Sommer seien die Fahrten durch die Gautinger Ortsmitte wegen der vielen Baustellen schon sehr aufreibend gewesen, doch nun sei der Betrieb zum Glück wieder normal. Wenn die Leute wegen der Verspätungen schimpften, ist er immer gelassen geblieben. Am liebsten habe er die 965er-Linie von Buchendorf nach Unterbrunn, mit acht bis neun Minuten Warten an der S-Bahn. Das sei ein guter Rhythmus, findet er. Die langen Pausen mag er nicht. Denn wenn er endlich richtig entspannt sei, müsse er wieder los.

Nach jeder Tour macht er einen Rundgang durch die Sitzreihen, um Liegengebliebenes einzusammeln. Die Fundsachen - vom einzelnen Handschuh bis zum teuren Schal - werden den Eigentümern, die sich beim MVV melden, per Post zurückgeschickt.

Die Landkreisausgaben der Süddeutschen Zeitung suchen im Oktober gemeinsam mit dem MVV den Busfahrer oder die Busfahrerin des Jahres. Teilnahmecoupons liegen in allen Regionalbussen aus. Ihren Favoriten oder ihre Favoritin können Fahrgäste aber auch per Mail vorschlagen: busfahrer-aktion@mvv-muenchen.de.

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