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Nahverkehr im Landkreis Starnberg:Zusteigen, bitte!

Starnberg Bahnhof Nord, Bushaltestelle

Am Bahnhof Nord in Starnberg steigen die meisten Fahrgäste in einen Bus ein. Das belegen neue Statistiken.

(Foto: Georgine Treybal)

Die Zahl der Passagiere in den Bussen hat sich in wenigen Jahren mehr als verdoppelt - auf fast 18 000 am Tag.

Von Michael Berzl

Mehr Busse, mehr Fahrten, bessere Verbindungen: Dafür setzt sich die Kreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster seit Jahren mit großem Engagement ein; Landkreis und Gemeinden geben eine Menge Geld für Betriebskostenzuschüsse aus. Dass sich diese Ausgaben lohnen, zeigen neue Zahlen, die Münster am Dienstag dem Umweltausschuss des Starnberger Kreistags vorgestellt hat. Demnach hat sich die Zahl der Fahrgäste auf den Linien im Fünfseenland von 2012 bis heute mehr als verdoppelt - unter der Woche von etwa 8000 auf fast 17 700 pro Tag. Im Westen des Landkreises ist sogar eine Verdreifachung festzustellen. Zuwächse gibt es aber auf fast allen Linien.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Münster angesichts der Zahlen. Sie sieht in den Ergebnissen "wirkliche Anhaltspunkte, dass sich das gelohnt hat, was der Landkreis zusammen mit dem Gemeinden unternommen hat." Sie sprach im Ausschuss von einer "exorbitanten Erhöhung", die sonst im Bereich des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) nicht zu sehen sei und bekam dafür Lob quer durch die Fraktionen und aus allen Teilen des Landkreises. So meinte auch der Feldafinger Anton Maier von den Grünen, Starnberg sei "im Oberland der beste Landkreis, was das Bussystem angeht". Und die CSU-Kreisrätin Brigitte Kössinger aus Gauting erklärte: "Das ist aktiver Klimaschutz."

Der hat seinen Preis, denn der Erlös durch den Verkauf von Tickets reicht nur etwa zur Hälfte, um die Kosten im öffentlichen Nahverkehr zu decken. Zwar sind durch das verbesserte Angebot auch die Einnahmen auf fast fünf Millionen Euro angestiegen, aber auch die Ausgaben sind nun deutlich höher als sechs Jahre zuvor. Der Betriebskostenzuschuss, den Kreis und Kommunen übernehmen müssen, beläuft sich nun auf 5,6 Millionen Euro.

Die Daten hat Münster erst am Donnerstag bekommen und am Wochenende durchgearbeitet, um nun auf den Landkreis zugeschnittene Statistiken präsentieren zu können. Eine Größe, die den Ausbau des Angebots beschreibt, sind die sogenannten Nutzwagenkilometer. Das sind jetzt knapp fünf Millionen pro Jahr und damit mehr als doppelt so viele wie noch vor drei Jahren. Die Verkehrsmanagerin sprach daher von "enormen Anstrengungen", um das Angebot im öffentlichen Nahverkehr zu erweitern. Aus den Daten geht auch hervor, wo die meisten Fahrgäste in einen Bus einsteigen: Das sind der Bahnhof Nord in Starnberg sowie das Schulzentrum und der S-Bahnhof in Gauting.

Insgesamt klettert die Zahl der Fahrgäste pro Woche kontinuierlich nach oben und nähert sich bald der 100 000er-Marke. Und Münster glaubt, dass die Entwicklung anhält. Mit Blick auf die bevorstehende Tarifreform sagte sie: "Wir gehen davon aus, dass die Fahrgastzahlen weiter steigen werden."

Die Landkreisausgaben der Süddeutschen Zeitung suchen gemeinsam mit dem MVV den Busfahrer oder die Busfahrerin des Jahres. Teilnahmecoupons liegen in allen Linienbussen aus. Ihren Favoriten oder ihre Favoritin können Fahrgäste aber auch per E-Mail vorschlagen: busfahrer-aktion@mvv-muenchen.de.

© SZ vom 02.10.2019
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